• Vermieterverband gegen Mietpreisbremse in Potsdam

Wohnungsmarkt in Potsdam und Umgebung : Vermieterverband gegen Mietpreisbremse

Eine wichtige Marktübersicht deutet auf sinkende Mieten im Neubau hin. Der Vermieterverband BBU sieht sich darin bestätigt, auf Neubau zu setzen und spricht sich gegen gesetzliche Mietpreisbegrenzugen aus.

Auch die Pro Potsdam hat in den vergangenen Jahren viele Wohnungen gebaut - wie hier am Volkspark.
Auch die Pro Potsdam hat in den vergangenen Jahren viele Wohnungen gebaut - wie hier am Volkspark.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Der Wohnungsmarkt in Potsdam und Umgebung befindet sich auf einem guten Weg. Das ist das Urteil des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) in seinem sogenannten Marktmonitor. BBU-Vorstand Maren Kern stellte den Marktmonitor am Donnerstag vor. Der Neubau komme gut voran. Die Mieten seien 2019 im Berliner Umland sogar teilweise leicht gesunken. 

Die Mieten steigen langsam weiter 

In Potsdam selbst ging es mit den Mieten weiter aufwärts. Demnach zahlten Potsdamer im Jahr 2019 im Bestand 6,17 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. Das sind 14 Cent beziehungsweise 2,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei einem neuen Mietvertrag musste man 7,30 Euro zahlen. Das waren nur drei Cent mehr als ein Jahr zuvor. Der Preisanstieg hat sich damit in beiden Segmenten verlangsamt. Beim Erstbezug einer Neubauwohnung wurden 2019 den Angaben zufolge im Durchschnitt sogar 10,46 Euro - und damit sogar 22 Cent weniger als ein Jahr zuvor.

Der BBU ist mit rund 350 Mitgliedsunternehmen der größte Verband der Wohnungswirtschaft in Berlin und Brandenburg. Er vertritt vor allem kommunale und genossenschaftliche Unternehmen, die kommunale Pro Potsdam zählt ebenso dazu wie die Potsdamer Wohnungsgenossenschaften. Allerdings gehören auch private Großvermieter wie die Deutsche Wohnen und Vonovia zum Verband. Die rund 340.000 Wohnungen der BBU-Mitglieder im Land Brandenburg entsprechen rund 44 Prozent der Brandenburger Mietwohnungen. Anders als viele andere Studien zum Immobilienmarkt stützt sich der Marktmonitor nicht auf Mieten aus veröffentlichten Wohnungsangeboten, sondern wertet tatsächlich abgeschlossene Verträge aus. Die Preise sind deshalb tendenziell niedriger.

Neuvertragsmieten im Berliner Umland günstiger

Wer eine Wohnung im Umland bezog, zahlte 2019 im Schnitt 6,72 Euro netto kalt pro Monat - ein Rückgang um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine Begrenzung von Mietsteigerungen durch das Land sei angesichts der Marktentwicklung nicht nötig, so Kern. Für die meisten der Mitgliedsunternehmen hätten beispielsweise die Verordnungen zu Mietpreisbremse oder Kappungsgrenze bei Bestandsmieten keine große Bedeutung, weil sie ohnehin günstige Mieten anbieten. „Die Entscheidung der Landesregierung, die Zahl der Umlandgemeinden mit Mietpreisbremse von bisher 31 auf 19 zu verringern, ist sehr gerechtfertigt“, sagte Kern. 

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Angesichts der entspannenden Wirkung durch Neubauten regte sie zudem an, die Neubau-Bedingungen weiter zu verbessern. Besonderes Augenmerk solle dabei darauf gelegt werden, die Wachstumsmöglichkeiten auch von Gemeinden zwischen den Siedlungsachsen zu verbessern – vor allem auch mit Blick auf die starken Wachstumsimpulse, die von der Tesla-„Gigafactory“ sowie dem neu eröffneten Flughafen BER ausgehen.

Auch Corona beschäftigte den Verband. Private Mieter seien aufgrund der Coronakrise nur selten in Zahlungsschwierigkeiten gekommen. So sei im Januar 2021 nur für 0,08 Prozent der Mietverhältnisse in Brandenburg eine Stundung von Mietzahlungen beantragt worden. Das Niveau sei seit Juni 2020 etwa stabil. Das spreche dafür, dass die Hilfsmaßnahmen des Bundes greifen und die Mieten bezahlbar seien, so Kern. Anders sieht es bei den Gewerbemietern aus: Von ihnen beantragten 5,5 Prozent eine Stundung.

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