• CDU fordert bessere Versorgungsquote mit Studentenwohnheimplätzen in Potsdam

Wohnungsmarkt für Studierende : Land soll Wohnraum für Studenten ermöglichen

CDU-Kreischef Steeven Bretz kritisiert die schlechte Versorgungsquote mit Wohnheimplätzen in Potsdam. Er fordert eine Initiative vom Land.

Das Wohnheim ist unter Potsdams Studenten sehr beliebt und immer zu 100 Prozent vermietet.
Das Wohnheim ist unter Potsdams Studenten sehr beliebt und immer zu 100 Prozent vermietet.Foto: A. Klaer

Potsdam - Der CDU-Kreischef und Landtagsabgeordnete Steeven Bretz fordert vom Land eine Initiative für studentischen Wohnungsbau in der Landeshauptstadt. Zudem müsse es dem Studentenwerk Potsdam ermöglicht werden, Kredite am freien Kapitalmarkt aufnehmen zu können und so selbst Bauherr zu werden, forderte Bretz am Donnerstag. Das könne Bestandteil einer Lösung der angespannten Situation sein.

Das brandenburgische Wissenschaftsministerium hatte die Versorgungssituation für Studierende mit Wohnheimplätzen in Potsdam auf Anfrage der CDU-Fraktion als „verbesserungsbedürftig“ eingeschätzt. Das Ministerium verweist auf derzeit in Golm entstehende 308 Plätze – davon sind allerdings nur 100 neu, die restlichen sind Ersatz für im Jahr 2012 weggefallene Plätze. Vom Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 16,9 Millionen Euro kämen 12,9 Millionen Euro als Zuschüsse und Darlehen vom Land. Dadurch steige die Versorgungsrate in Potsdam von 8,72 Prozent auf 9,93 Prozent, so das Ministerium. Damit liege man über dem Bundesdurchschnitt von 9,62 Prozent. Aussagen zu geplanten Investitionen im Haushalt 2019/20 konnte das Ministerium nicht machen. Dann solle der studentische Wohnungsbau in die Wohnraumförderung des Landes integriert werden, heißt es in der Antwort auf die CDU-Anfrage lediglich.

"Kleinkarierte Zahlenspielchen"

Bretz kritisiert diese Ausführungen als „kleinkarierte Zahlenspielchen“. Sie seien „Ausdruck eines sehr begrenzten Problembewusstseins“ und müssten den Betroffenen „wie Hohn und Spott vorkommen“. Bretz weiter: „Wir meinen, eine Versorgungsquote von knapp zehn Prozent mit Wohnheimplätzen kann nicht allen Ernstes als Grund für anspruchslose Selbstzufriedenheit herhalten.“ Er verweist darauf, dass 56 Prozent der Potsdamer Studierenden BAföG erhalten, viele bräuchten also eine bezahlbare Unterkunft. Man schließe sich der Kritik von Studierenden und dem Studentenwerk am mangelnden Gestaltungswillen der Landesregierung an.

Das Studentenwerk Potsdam verfügt über 2236 Wohnheimplätze in der Landeshauptstadt. Allein aktuell lägen 2948 Anträge auf einen Platz vor – deutlich mehr als noch vor fünf Jahren, als die Zahl der Anträge bei 1642 lag, wie das Studentenwerk in dieser Woche auf PNN-Anfrage mitgeteilt hatte.


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