• Wohnungsbau in Potsdam: 500 weitere Sozialwohnungen geplant

Wohnungsbau in Potsdam : 500 weitere Sozialwohnungen geplant

Die Pro Potsdam will ihr Neubauprogramm deutlich ausweiten – und 1500 statt 1000 neue Wohnungen in den kommenden Jahren bauen. Zuerst sollen neue Wohnungen am Volkspark entstehen, wobei der größte Teil nicht zum sozialen Wohnungsbau zählt. Es gibt auch Kritik.

Stefan Engelbrecht
Schöne Aussicht. Diese neuen Häuser stehen direkt am Volkspark.
Schöne Aussicht. Diese neuen Häuser stehen direkt am Volkspark.Foto: Pro Potsdam

Potsdam - Die stadteigene Bauholding Pro Potsdam will ihr Wohnungsbauprogramm deutlich ausweiten. In den kommenden Jahren würden 500 zusätzliche Wohnungen geschaffen, kündigte Pro-Potsdam-Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius am gestrigen Montag an. Damit würden nun bis 2019 „oder etwas später“ 1500 statt der bislang 1000 geplanten Wohnungen in der Landeshauptstadt entstehen. Zunächst würden aber die Sozialwohnungen gebaut. „Wir wollen sofort das Ruder umwerfen“, sagte Müller-Zinsius mit Blick auf die hohen Mietpreise und den Wohnungsmangel.

Gefördert werden die zusätzlichen Projekte nach Angaben von Müller-Zinsius aus Landesmitteln. Beantragt seien die Gelder aber noch nicht, sagte er. Damit verbunden ist eine Begrenzung der künftigen Mieten. So darf die Kaltmiete nur 5,50 Euro betragen und kann alle vier Jahre nur um zehn Prozent angehoben werden. Allerdings benötigt man für eine geförderte Sozialwohnung einen sogenannten Wohnberechtigungsschein (WBS), der vom Einkommen abhängt.

Freier Blick über Großen Wiesenpark

Das bisherige Neubauprogramm für Potsdam sah vor, dass die Pro Potsdam bis 2019 insgesamt 1000 neue Wohnungen im gesamten Stadtgebiet errichtet. Ein Großteil davon entsteht derzeit im Bornstedter Feld in der Nähe des Volksparks Potsdam. 458 der 1000 Wohnungen wurden bislang weitgehend fertiggestellt, wobei der größte Teil nicht zum sozialen Wohnungsbau zu zählen ist. Am Montag feierte etwa Müller-Zinsius gemeinsam mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) Richtfest für 24 Wohnungen in zwei Häusern in der Horst-Bienek-Straße. Dort sollen bis Anfang kommenden Jahres vor allem Familien einziehen. Die beiden viergeschossigen Häuser liegen direkt am Volkspark – mit freiem Blick über den Großen Wiesenpark. Insgesamt entstehen hier acht Vier-Zimmer-Wohnungen mit rund 83 Quadratmetern, zwölf Drei-Zimmer- und zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen. Die Kaltmiete beträgt hier allerdings zwischen zehn und elf Euro pro Quadratmeter. Die Investitionskosten für das Projekt betrugen mehr als fünf Millionen Euro.

Der Pro-Potsdam-Chef wies bei der Feier auch Kritik daran zurück, dass die Wohnungen seines Unternehmens zu teuer seien. „Wegen uns muss man in Potsdam keine Mieterdemo machen,“ sagte er und fügte hinzu: „Wir taugen nicht zum Feindbild.“

Mietpreisbremse: Landesregierung verhalte sich zögerlich

Als Standorte für die zusätzlichen 500 Wohnungen nannten Jakobs und Müller-Zinsius das Bornstedter Feld und die Umgebung der Heinrich-Mann-Allee in der Teltower Vorstadt. Jakobs kritisierte zugleich die Landesregierung scharf für ihre Mietpreispolitik. „Wir brauchen in Brandenburg einen attraktiven Wohnungsbau.“ Dies erfordere ein entschlossenes Handeln, sagte er und warf der Landesregierung erneut „zögerliches Verhalten“ bei der Umsetzung der Mietpreisbremse vor.

Wie berichtet will die Pro Potsdam in den kommenden Jahren neben dem Neubauprogramm rund 32 Millionen Euro in mehrere Quartiere investieren. So sollen 90 Wohnungen in der sogenannten Heidesiedlung in Babelsberg saniert werden. Auch am Brauhausberg sind ähnliche Projekte geplant. Die sanierten Wohnungen sollen für die Anwohner ab einer Kaltmiete um die 6,50 Euro zu haben sein. Mieter mit WBS müssen weiterhin nur 5,50 Euro je Quadratmeter zahlen. Für neue Mieter werden jedoch 9,50 Euro kalt fällig.

Für diesen Samstag ruft der Arbeitskreis „Stadt für alle“ zu einer Demo in Potsdam für günstigen Wohnraum und bessere Unterbringung von Flüchtlingen auf. So unterstützen mehr als 20 Initiativen wie Studentenorganisationen, alternative Wohn- und Kulturprojekte sowie Künstlerzusammenschlüsse die Aktion. Die Demo soll um 14 Uhr am Hauptbahnhof beginnen. 


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