• Wirtschaft in Potsdam: Keine Fabrik für den Norden

Wirtschaft in Potsdam : Keine Fabrik für den Norden

Stadt lehnt Anfrage von Regionalplanern ab, Industrieansiedlungen nahe Paaren zu ermöglichen.

Produzierendes Gewerbe und Industrie in einem gemeinsamen Gebiet (Symbolbild).
Produzierendes Gewerbe und Industrie in einem gemeinsamen Gebiet (Symbolbild).Foto: promo

Potsdam - Die Potsdamer Bauverwaltung will im Norden des Stadtgebiets keine Fläche für einen Industriestandort freihalten. Eine entsprechende Empfehlung sollen die Stadtverordneten am 5. Mai beschließen. Dieses Vorhaben begründete Bau- und Wirtschaftsdezernent Bernd Rubelt (parteilos) am Montag vor Journalisten.

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Anlass für diese Entscheidung sei eine Anfrage der Regionalplanungsbehörde Havelland-Fläming, die wissen wollte, welche Kommunen in der Region noch Großflächen für gewerblich-industrielle Ansiedlungen reservieren könnten. Für Potsdam käme ein bis zu 140 Hektar großes Areal zwischen dem Friedrichspark und der Ortslage Paaren infrage, das derzeit durch Landwirtschaft und eine Baumschule genutzt wird. Für die Fläche spreche zwar die gute Anbindung an die Autobahn, heißt es in der Vorlage. Doch müsse auch der Abstand zu vorhandenen Schutzgebieten und Siedlungen gesehen werden, zudem sei ein Teil des Areals eine potenzielle Überflutungsfläche bei Hochwasser – was die 140 Hektar faktisch halbiert. Somit sei die Vorgabe der Planungsbehörde, die mindestens 100 Hektar sucht, nicht mehr zu erfüllen.

Für Rubelt ist der Verlust einer solchen Option für einen Industriestandort jedoch keine Niederlage – im Gegenteil diene das der Schärfung des Standortprofils als Ort für Forschung und Wissenschaft: „Potsdam hat kein Industrieprofil, wir setzen auf einen anderen Markenkern.“ Ferner hätten sich bereits in Brandenburg an der Havel und im Bereich des Nuthe-Urstromtals passendere Flächen gefunden. Die besagte Fläche soll jedoch auch nicht auf Dauer ungenutzt bleiben. So sei zu prüfen, ob zumindest ein Teil davon als Fläche für temporäre Freiflächen-Solaranlagen zur Verfügung stehen könnte – auch mit Blick auf die ambitionierten Klimaschutzziele der Stadt, wie Dezernent Rubelt deutlich machte.

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