Potsdam : „Wir tun was!“

Grundstein für 34 neue Pro-Potsdam-Wohnungen / Jakobs nennt Wohnungssituation „dramatisch“

Guido Berg
Grundsteinlegung bei der Pro Potsdam. 224 Wohnungen will der städtische Unternehmensverbund noch in diesem Jahr errichten. An der Carl-Christian-Horvath-Straße entstehen 32 Wohnungen in zwei Gebäuden.
Grundsteinlegung bei der Pro Potsdam. 224 Wohnungen will der städtische Unternehmensverbund noch in diesem Jahr errichten. An der...Foto: Manfred Thomas

Bornstedter Feld - Die Grundsteinlegung für 32 neue Wohnungen der Pro Potsdam GmbH in der Carl-Christian-Horvath-Straße nahm Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) zum Anlass, auf die Mieten-Stopp-Demo am vergangenen Samstag einzugehen. Die Situation bei bezahlbaren Wohnungen sei „dramatisch“, stellte Jakobs fest. Doch reichten „Sprüche“ als Gegenstrategie nicht aus. „Wir tun was!“, erklärte Jakobs kämpferisch und erinnerte daran, dass die städtische Pro Potsdam GmbH bis 2019 genau 1000 Wohnungen bauen werde. Auch wenn diese aufgrund der Baukosten ohne staatliche Wohnungsbauzuschüsse für bis zu zehn Euro pro Quadratmeter vermietet werden müssten, entlasteten sie dennoch den Wohnungsmarkt, da an anderer Stelle Wohnungen frei würden. Ferner erklärte Jakobs, 50 Prozent des Wohnungsbestandes der Pro Potsdam GmbH würden für unter 5,50 Euro pro Quadratmeter vermietet. „Das ist bezahlbarer Wohnraum“, so Jakobs.

Gleichsam ging der Oberbürgermeister bei der Grundsteinlegung auf die aktuelle Diskussion um fehlende Infrastruktur im Bornstedter Feld ein. Der Bau von Schulen, Kitas, Straßen und Straßenbeleuchtung sei im Realisierungsplan des Entwicklungsträgers Bornstedter Feld vorgesehen, nicht aber die Ansiedlung von Ärzten oder Cafés. „Die Unternehmer sollen die Chance erkennen“, rief Jakobs die Gewerbetreibenden zum Engagement im Bornstedter Feld auf.

Pro-Potsdam-Chef Horst-Müller erklärte, der Entwicklungsträger halte entsprechende Flächen für ansiedlungswillige Gastronomen oder Ärzte vor. Zur Wahrheit gehöre aber auch, so Müller-Zinsius, dass die Zahl der noch offenen Arztzulassungen in Potsdam „fast gleich Null“ sei. Das heißt, dass aufgrund fehlender Arztzulassungen eine Neuansiedlung zusätzlicher Ärzte in Potsdam kaum möglich ist.

224 neue Wohnungen werde die Pro Potsdam GmbH allein in diesem Jahr fertigstellen, so Müller-Zinsius weiter. Dafür würden 34 Millionen Euro investiert. Das Geld stamme aus Krediten, für die Banken Eigenkapital verlangten. Das stamme bei Pro Potsdam aus den Mieteinnahmen. Aus diesem Grund könnten „Mietüberschüsse von Staudenhöfen nicht aufgespart werden“, so der Pro-Potsdam-Chef bezugnehmend auf einen Vorschlag etwa des früheren Bauausschuss-Vorsitzenden Christian Seidel (SPD). Dieser hatte vorgeschlagen, die Miete für den Staudenhof in Potsdams Mitte aufzusparen, um mit dem Geld bezahlbare Mieten in der Nachfolgebebauung zu schaffen. Müller-Zinsius weiter zum Wohnungsbau in den nächsten zwei Jahren: Weitere 78 Wohnungen für 13 Millionen Euro würden im kommenden Jahr und 193 Wohnungen im Jahr 2014 errichtet.

Für das Bornstedter Feld kündigte Müller-Zinsius drei weitere Kindertagesstätten mit 300 Plätzen bis 2013 an. In wenigen Wochen werde die neue Grundschule für 504 Schüler an der Pappelallee eröffnet. Die neue weiterführende Schule für 670 Schüler entstehe bis 2016 im Bereich der Roten Kaserne West.

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