• Winterhilfe in Potsdam und Brandenburg: Mehr Angebote für obdachlose Menschen

Winterhilfe in Potsdam und Brandenburg : Mehr Angebote für obdachlose Menschen

In der Potsdamer Unterkunft im Lerchensteig 55 stehen rund 95 Plätze plus Notbetten bereit. An kalten Wintertagen soll dort niemand abgewiesen werden. 

Anna Kristina Bückmann
Ein Potsdamer Obdachloser im vergangenen Winter.
Ein Potsdamer Obdachloser im vergangenen Winter.Foto: Ottmar Winter

Potsdam/Cottbus/Brandenburg/Havel/Frankfurt (Oder) - Seit Montag stellt die Stadt Potsdam im Rahmen der Winterhilfe wieder eine zusätzliche Notunterbringung für wohnungslose Menschen zur Verfügung. Das Angebot besteht bis Ende März. "Mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die im Auftrag der Stadt die Obdachlosenunterkunft im Lerchensteig 55 betreibt, wurde vereinbart, dass an kalten Wintertagen niemand abgewiesen wird", schreibt die Stadt in einer aktuellen Mitteilung. Die Einrichtung ist unter Tel.: (0331) 52 06 92 zu erreichen. Insgesamt stehen laut Stadt rund 95 Plätze plus Notbetten zur Verfügung. Die Zahl sei im Vergleich zu den Vorjahren stabil geblieben, sagte eine Stadtsprecherin auf Anfrage. 

Die Unterkunft sei eigentlich immer zu 100 Prozent belegt, sagte Angela Schweers, Vorstandsvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt im Bezirksverband Potsdam. „Die Wohnungsnot wird immer stärker.“ Die einzige Lösung dagegen seien Wohnungen. „Der soziale Wohnungsbau muss dringend neu aufgelegt werden“, so Schweers.

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) betreibt im Auftrag der Stadt die Obdachlosenunterkunft im Lerchensteig.
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) betreibt im Auftrag der Stadt die Obdachlosenunterkunft im Lerchensteig.Foto: PNN / Ottmar Winter


Auch wendet sich die Stadt mit der Bitte an die Bürger, in der kalten Jahreszeit besonders auf Personen zu achten, die draußen übernachten. "Bitte informieren Sie die Straßensozialarbeiter oder die Landeshauptstadt Potsdam", ruft die Stadt auf. Ansprechpartner seien wochentags zwischen 8 und 16 Uhr die Streetworker von Creso, erreichbar unter 0176/12 10 98 96 oder 0176/12 10 98 77. Außerhalb dieser Zeiten sollten Passanten in Fällen bei erkennbarer Hilfebedürftigkeit oder Hilflosigkeit von Personen im öffentlichen Raum die Notrufnummer 112 kontaktieren. 

Suppenküche bietet warmes Mittagessen 

"Um zu erreichen, dass Menschen in Notlagen möglichst schnell und unkompliziert Hilfe erhalten", weist die Stadt auch auf weitere Angebote hin. Personen, die ihre Wohnung verloren haben und keine Unterkunft finden, empfiehlt die Verwaltung, sich an den Bereich Soziale Wohnhilfen wenden. Wochentags von 9 bis 15 Uhr ist die Arbeitsgruppe Unterbringung in der Behlertstraße 3A Haus M/N oder unter Tel.: (0331) 2892448 erreichbar.  

Für die Versorgung und den Aufenthalt tagsüber verweist die Stadt auf die Suppenküche des Sozialen Zentrums der Volkssolidarität im Hof des Rathauses. Dort erhalten Menschen in Not Frühstück, warme Mittagsmahlzeiten und die Möglichkeit zu duschen und Wäsche zu waschen. Geöffnet ist von 9 bis 14 Uhr. Neben der dortigen Kleiderkammer stehen die Kleiderstube von Exvoto in der Max-Eyth-Allee 44a und die Schatztruhe der Awo am Erlenhof 34 zur Verfügung. Lebensmittel können Bedürftige zudem günstig bei der Tafel in der Drewitzer Straße erhalten. 

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Angebote in Cottbus

In Cottbus öffnet die Obdachlosenunterkunft am Ostrower Damm 2 bei besonders kalten Temperaturen bereits um 14.00 Uhr. In der Übernachtungsstätte gibt es zehn Schlafplätze. In der Regel seien sechs bis sieben Plätze belegt, sagte René Schultchen, Geschäftsführer vom DRK-Kreisverband Cottbus-Spree-Neiße-West. Zusätzlich gibt es 61 Plätze in der Notunterkunft „Haus der Wohnhilfe“. Menschen, die eine Wohnung suchen, können sich an die Fachstelle zur Vermeidung der Obdachlosigkeit des Sozialamtes der Stadt in der Thiemstraße 37 wenden. Im Straßenkaffee der Stadtmission in der Wilhelm-Külz-Straße 10A gibt es kalte und warme Mahlzeiten, eine Kleiderkammer, Dusche und Beratungsangebote.

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René Schultchen sagte: „Das Klientel ist anders geworden“. Heute kämen mehr jüngere Männer, die Drogenprobleme hätten. Früher waren es vor allem Ältere mit Alkoholabhängigkeit.

Aus Sicht von Heinrich Holzrichter, Leiter des AH Obdachlosenhauses in Brandenburg an der Havel nehmen Drogenkonsum und psychische Auffälligkeiten zu. Rund 80 Prozent der Menschen, die die Unterkunft besuchten, hätten Schulden, häufig Mietschulden. Das habe deutlich zugenommen. Das Haus in der Otto-Gartz-Straße 22A hält 36 Plätze bereit.

Kältebusse bei Temperaturen ab null Grad unterwegs

In Neuruppin bietet das Diakonische Werk in der Kommissionsstraße 6 und in Oranienburg und Prenzlau die Johanniter Unfallhilfe Notunterkünfte an. Die Kältebusse des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fahren in Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder) bei Temperaturen ab null Grad. (mit dpa)

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