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Wilhelm Galerie Potsdam : "Ende Gelände" protestiert vor Deutscher Bank

Protest gegen die, die die Klimakrise mit finanzieren: Am Montagnachmittag demonstrierten in der Potsdamer Innenstadt Klimaaktivisten unter dem Motto: #by2020weriseup.

Vor der Deutschen Bank haben Aktivisten von Ende Gelände demonstriert.
Vor der Deutschen Bank haben Aktivisten von Ende Gelände demonstriert.Foto: Kay Grimmer

Potsdam - Vertreter der Aktivistengruppe "Ende Gelände" haben am Montagnachmittag vor der Deutschen Bank Filiale an der Wilhelm Galerie in der Potsdamer Innenstadt protestiert. Die rund 20 Demonstranten richten sich damit "gezielt an Banken, die nach wie vor Milliardenbeträge in Kohle, Öl, Gas, Atomenergie und Waffen investieren", heißt es in einer Erklärung. 

Die rund 20 Demonstranten vornehmlich in hellen Schutzanzügen wandten sich vor der Filiale in der Wilhelmgalerie damit „gezielt an Banken, die nach wie vor Milliardenbeträge in Kohle, Öl, Gas, Atomenergie und Waffen investieren", hieß es in einer Erklärung. In einem szenischen Spiel vor dem Bank-Eingang rezitierten die Aktivisten die ökologischen Werbesprüche der Bank und setzten sie in Zusammenhang mit den milliardenschweren Investitionen des Geldinstituts in fossile Energien und in Firmen, die mit Kohle, Öl oder Gas arbeiten. Zum Schluss der gut halbstündigen Aktion wurde ein Sack Kohle vor der Banktür ausgeleert. Nach dem Protest kehrten die Aktivisten die ausgekippte Kohle allerdings auch wieder zusammen und nahmen sie wieder mit.

Hintergrund ist das Ende Januar verabschiedete Kohleausstiegsgesetz, das ein Ende der Kohleverstromung spätestens im Jahr 2038 vorsieht. Betreiber erhalten für die vorzeitigen Abschaltungen Ausgleichszahlungen, allerdings nur bis 2030. Andere europäische Länder planen den Ausstieg aus der Kohleverstromung schon bis 2030 oder gar 2025. Deshalb gibt es gegen das deutsche Gesetz Kritik und Proteste, unter anderem von Greenpeace und Fridays for Future sowie den Aktivisten von Ende Gelände.

Vor der Deutschen Bank Filiale an der Wilhelm Galerie hat sich am Montagnachmittag Polizei postiert.
Vor der Deutschen Bank Filiale an der Wilhelm Galerie hat sich am Montagnachmittag Polizei postiert.Foto: Kay Grimmer

Die Aktion in Potsdam sei Teil einer zweiten weltweiten Aktionswelle, die unter dem Hashtag #by2020weriseup ("Ab 2020 erheben wir uns"), so die Demonstranten. Damit wolle man die "deutsche Bankenindustrie mit größtem Nachdruck auffordern, ihre Investitionen in Kohle, Öl, Erdgas, Atomstrom und Waffen sofort zu stoppen", heißt es. Die Demonstration hatten die "Ende-Gelände"-Vertreter bereits im Vorfeld in einer Pressemitteilung angekündigt. Darin hatten sie den Protestort zunächst nicht genannt. 

Ausgerufen hat die Aktionswelle ein offenes Netzwerk, die Einzelaktionen werden von lokalen Gruppen organisiert und umgesetzt. Ziel der zweiten Aktionswelle sei der Bank- und Finanzsektor. So gab es bereits Aktionen vor der Santander-Bank in Sevilla, der Bank of China oder vor der Allianz-Vertretung in Lissabon. Die Potsdamer Aktionsgruppe wollte am Montagnachmittag nach dem Protest vor der Deutschen Bank noch vor den Filialen von Santander und Commerzbank in der Innenstadt demonstrieren. Die erste Aktionswelle, die im Herbst 2019 ausgerufen worden war, richtete sich an die Politik. Nach den Banken soll in einer dritten Aktionswelle noch in diesem Frühjahr die Wirtschaft im allgemeinen als Ziel des Protestes gewählt werden. Mit den Aktionen wolle man einerseits den alltäglichen Ablauf stören, andererseits aber auch die Öffentlichkeit aufmerksam machen und erreichen, so die Sprecherin.

Für den Potsdamer Ableger von „Ende Gelände“ – der seit gut anderthalb Jahren existiert – war es die zweite öffentlichkeitswirksame Aktion in der Stadt. Vor etwa einem Jahr enthüllte man ein Banner mit Kritik an der Klimapolitik am Landtagsschloss. Neben den Aktionen sei die Mobilisierung für die bundesweiten „Ende Gelände“-Aktionen der Schwerpunkt der Gruppenarbeit, sagte die Aktivisten-Sprecherin.

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