• Wiedereröffnung im Oktober: René Dost übernimmt Restaurant im Kutschstallhof

Wiedereröffnung im Oktober : René Dost übernimmt Restaurant im Kutschstallhof

Nach Insolvenz der Betreiberin hat der Gastronom René Dost die Restaurants im Kutschstallhof übernommen und wieder flott gemacht.

 René Dost in seinem neuen Restaurant Kutschstallensemble.
 René Dost in seinem neuen Restaurant Kutschstallensemble.Foto: Andreas Klaer/PNN

Potsdam - Wiedereröffnung unter neuer Flagge: Die beiden Restaurants des historischen Kutschstallensembles gehören jetzt zum Gastroimperium des Potsdamers René Dost. Der 50-Jährige betreibt mit seiner Unternehmensgruppe in Potsdam, Frankfurt (Oder), Berlin und Brandenburg mehrere Restaurants, darunter auch XXL-Restaurants. In Potsdam allerdings auch das Traditionscafé Heider, zuletzt hatte er das Wiener Café übernommen und vor dem Neustart kräftig investiert und im Holländischen Viertel das Steakrestaurant „800° Prime Beef“ eröffnet. Eine mittelgroße Foodtruckflotte für den Sommer und ganzjähriges Catering für bis zu 1500 Personen sind weitere Standbeine.

Jetzt kommt die Kutschstall-Gastronomie dazu. Den ganzen September wurde in einer Hauruck-Aktion kräftig umgebaut und renoviert. „Ich freu mich riesig, schon Ende Oktober gibt es die erste Veranstaltung“, sagte Dost den PNN bei einem exklusiven Rundgang durch die Häuser, in denen noch letzte Arbeiten stattfinden. Die ehemalige Schmiede, das linke Restaurant, hat bereits einen neuen Namen: „Der Hofmeister“. Das „Le Manège“ heißt ab sofort nur noch „Kutschstallensemble“. Beides gehört jetzt zur Redo Catering und Event GmbH.

Zunächst soll es nur Veranstaltungen geben

Einen offenen Restaurantbetrieb wird es hier vorerst nicht geben. Der Fokus liegt derzeit auf Veranstaltungen: Beide Häuser können für verschiedenste Formate wie Tagungen, Familienfeiern, Konzerte oder Partys gebucht werden. 50 bis 500 Personen finden Platz. Im Obergeschoss des Kutschstalls gibt es zudem einen separaten Tagungsraum.

Laufkundschaft gibt es im Kutschstallareal Potsdam kaum.
Laufkundschaft gibt es im Kutschstallareal Potsdam kaum.Foto: Andreas Klaer/PNN

Dost sagt, er habe mindestens 400.000 Euro investiert. Nicht nur in zwei neue Küchen. „Es gibt jetzt Licht- und Tontechnik, eine feste Bühne mit Klavier, mehrere große Leinwände und Beamer. Der Gast muss nichts mitbringen oder extra anmieten. Wir haben sogar die Techniker dazu“, wirbt er. Die Räume wurden neugestaltet, die Bar verlängert. Die Bestuhlung erlaube alles von festlichem Dinner bis Konzertevent. „Hier kann sogar ein ganzes Auto reingefahren werden, wir haben es probiert“, so Dost.

Laufkundschaft ist hier rar

Der Ort versteckt im Innenhof und abseits ausgetretener Touristenpfade birgt Potenzial und ist romantisch – aber nicht unproblematisch. Im Sommer punktet er mit einer großen Terrasse in barocker Kulisse, Winter ist Laufkundschaft rar. Erste Inhaber waren ab 2006 Oliver Paul und Kay Fock als K & K Events Potsdam. 2015 übernahm Alice Paul Lunow mit der Fine & Functional GmbH. Als sich die Insolvenz abzeichnete, suchte sie Rat bei Dost. Beide planten zunächst eine gemeinsame Neueröffnung, einigten sich dann allerdings darauf, dass Dost alleine übernimmt. 

Die ehemalige Schmiede heißt nun „Der Hofmeister", das „Le Manège“ ist jetzt das „Kutschstallensemble“. 
Die ehemalige Schmiede heißt nun „Der Hofmeister", das „Le Manège“ ist jetzt das „Kutschstallensemble“. Foto: Andreas Klaer/PNN

Vertragspartner ist Eigentümer Hasso Plattner, der von Anfang an in das Kutschstallensemble investiert hatte und jetzt Eigentümer des Gebäuderiegels ist. „Plattner freut sich, dass es nach der Schließzeit hier jetzt weitergeht“, so Dost.

Mindestens acht Arbeitsplätze sollen entstehen. Einen davon übernimmt Jens Ertel, der sich künftig um Kommunikation und Personalfragen kümmern wird. Der Gastronomie- und Hotel-Coach, früher auch Dosts Berater, gehört jetzt direkt zur Redo-Gruppe. „Hier wird hart gearbeitet, aber mit viel Leidenschaft“, so Ertel. „Das hat mich beeindruckt.“

Dost zahlt seine "Redos" gut, sagt er 

Dost sagt, er schätzt Mitarbeiter, die für ihren Beruf brennen. „Meine Redos“ nennt er sie. Er bezahle gut. Selbst Spüler bekämen mehr als den Mindestlohn. Neue Projekte stemmt er alleine, ohne Investoren. „Die Banken sind meine Partner und stehen hinter mir“. Das macht ihn stolz.

Dass ihm in Potsdam bisweilen Neid begegnet, sei er gewöhnt. Vielleicht sei er erfolgreich, weil er beides ist, Gastronom und Unternehmer. „Ich arbeite gerne in der Küche und bin zahlengesteuert.“ Sein selbstbewusstes Auftreten als Typ – wenig Haare, viel Blech, direkte Ansprache – irritiert manche. Dost sagt: „Es muss ja keiner zu mir kommen“. Er kennt die Vorbehalte gegen ihn, kann sie aber nicht nachvollziehen. „Ich habe nichts zu verbergen, keine Leiche im Keller.“ Selbst das Finanzamt sei immer zufrieden.

Er schätzt es, unabhängig zu sein. Wenn ihm danach ist, stellt er sich mit Schürze persönlich an den Herd oder bedient beim Catering – dafür ist er sich nicht zu schade. Und es macht ihn flexibel: Beim Sommerabend der Landesregierung konnte er innerhalb von vier Tagen für ein Livecooking-Event einspringen.

Im Obergeschoss hat Dost Büros eingerichtet

Der neue Ort soll sich auch im Winter rechnen. Damit Kunden sehen, was sie erwartet, sind die Räume immer eingerichtet, die Tische festlich eingedeckt. Im Obergeschoss hat er Büros und sein Veranstaltungsmanagement untergebracht. 

Dost möchte künftig mit der Weißen Flotte, dem Veranstalter Teamgeist Potsdam und dem Haus der Brandenburgisch Preußischen Geschichte zusammenarbeiten. Reisebusse wären bei ihm willkommen, sagt er. Die Küche kann sich auf alle Wünsche einstellen. Indisch oder Sushi, halal oder vegan. Oder eben ein schöner Gänsebraten. „Wir nehmen noch Bestellungen für Weihnachtsfeiern entgegen.“