• Weltmädchentag in Potsdam: Wenn Pink stark macht

Weltmädchentag in Potsdam : Wenn Pink stark macht

Mit einer Aktion am Nauener Tor wollen die Stadt und das Autonome Frauenzentrum Potsdamer Mädchen stärken und sie ermutigen, für ihre Rechte einzutreten. 

„Spot an für Mädchen“: Veranstaltung in Potsdam anlässlich des Weltmädchentages. 
„Spot an für Mädchen“: Veranstaltung in Potsdam anlässlich des Weltmädchentages. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Potsdam feiert den Weltmädchentag: Das Nauener Tor ist pink erleuchtet, um 18 Uhr am Freitagabend  begann dort eine Veranstaltung mit dem Titel „Spot an für Mädchen“. Sie wurde von der Potsdamer Gleichstellungsbeauftragten Martina Trauth und der städtischen Kinderkoordinatorin Stefanie Buhr gemeinsam mit dem Mädchentreff Zimtzicken organisiert. Der Mädchentreff gehört zum Autonomen Frauenzentrum Potsdam e.V.

Start war am Nauener Tor mit einer kleinen Talkrunde mit Gästen, moderiert von zwei Mädchen des Mädchentreffs. Um 18.40 Uhr hieß es „Spot an für Mädchen“, das Tor wurde bunt beleuchtet und es begann die interkulturelle Mädchenparty mit Lieblingssongs der Mädchen und Streetfood aus dem Foodtruck.

Das Nauener Tor leuchtet pink: Veranstaltung in Potsdam anlässlich des Weltmädchentages. 
Das Nauener Tor leuchtet pink: Veranstaltung in Potsdam anlässlich des Weltmädchentages. Foto: Andreas Klaer

Die Landeshauptstadt wolle so zum Weltmädchentag ein Zeichen setzen, damit klar werde, dass es auch in Deutschland Benachteiligung von Mädchen gebe, „nur nicht so offensichtlich“, wie die Gleichstellungsbeauftragte Trauth sagt. Studien belegten, dass Mädchen trotz bester Noten und Abschlüsse ein geringeres Selbstvertrauen in ihre Leistungsfähigkeit hätten als Jungen. Mädchen wüchsen noch immer damit auf, „dass Frauen in der Werbung entweder als Dekorationsobjekt oder sehr klischeehaft dargestellt werden“, sagt Trauth. Daher sei es kein Zufall, dass gerade im Handwerk, in den Berufen der Mint-Fächer – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – und in der Pflege der größte Fachkräftemangel herrsche, meint die Gleichstellungsbeauftragte. Die klischeehafte Botschaften über „wilde technikaffine Jungs und niedliche fürsorgliche Prinzessinnen“ würden schon sehr früh Rollenmuster festlegen und das Potenzial von Mädchen und Jungen im Kindesalter enorm einschränken.

Mit der Potsdamer Aktion wolle man den 15 097 Mädchen bis 18 Jahren, die in der Stadt leben, „Kraft, Lebensfreude und den Mut zur Offensive“ vermitteln: „Genau das, was Mädchen motivieren kann, für ihre Rechte zu kämpfen“, sagt Kinderkoordinatorin Buhr.

Der Weltmädchentag wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Die UN will mit dem Aktionstag die Gleichberechtigung und Bildung von Mädchen weltweit fördern und Zwangsehe und Gewalt gegen Mädchen bekämpfen.