• Hacker-Angriff gegen den Potsdamer CDU-Fraktionschef Götz Friederich

Weitere CDU-Querelen in Potsdam : Hacker-Angriff gegen CDU-Fraktionschef Friederich

Die CDU in Potsdam sorgt mit weiteren Querelen für Schlagzeilen - unter anderem ist der Facebook-Account des Fraktionsvorsitzenden Götz Friederich gehackt worden

CDU-Fraktionschef Götz Friederich
CDU-Fraktionschef Götz FriederichFoto: Andreas Klaer

Potsdam - Die innerparteilichen Grabenkämpfe in der Potsdamer CDU haben am Wochenende eine neue Eskalationsstufe erreicht. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Götz Friederich meldete am Sonntagvormittag, sein Account im sozialen Netzwerk Facebook sei gehackt worden – über diesen wurden Artikel gepostet, mit denen einer der größten parteiinternen Kritiker des CDU-Mannes seit Wochen die Union in Atem hält. Friederich erklärte dazu via Facebook: „Ich spare mir die Zuordnung und werde rechtliche Schritte einleiten.“ 

Friederich: "Gezielte Aktion gegen mich"

Den PNN sagte er, er sei fassungslos und geschockt. „Es scheint eine gezielte Aktion zu sein, um insbesondere mich als Person zu desavouieren.“ Über sein Konto geteilt wurden dabei Postings des CDU-Manns Dirk Ulrich Magerl, der im Internet seit Wochen gegen die Partei- und Fraktionsspitze verbal hart austeilt. So unterstellte er unter anderem Friederich in Zusammenhang mit den arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem früheren Fraktionsgeschäftsführers Jan Jacobi auch wahrheitswidrige Behauptungen – was Friederich freilich bestreitet. Magerl, der als Mitgliederbeauftragter der Potsdamer CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) fungiert, sagte auf PNN-Anfrage am Sonntag, er habe das Konto von Friederich nicht gehackt. In der Partei gilt Magerl einigen nach einer mehr als drei Jahre alten Verurteilung wegen Betrugs als mindestens zwielichtig, wie mehrere Unionsmitglieder den PNN berichteten. Magerl selbst sieht sich hingegen als Aufklärer, dem es um kritische Fragen zum Zustand von Kreisverband und Fraktion gehe

Rücktrittsforderungen im Raum

Für weitere Unruhe sorgten am Wochenende Rücktrittsforderungen gegen den derzeit kommissarischen Kreisverbandschef Gregor Ryssel – vorgetragen wiederum von MIT-Chef Ferdinand Fiedler. „Unter Ihrer Mitverantwortung ist die Kasse des CDU Kreisverbandes Potsdam nahezu leer, so dass derzeit ohne die finanzielle Unterstützung Dritter nicht einmal der satzungsgemäß vorgeschriebene und überfällige Kreisparteitag mit Wahlen ausgerichtet werden kann“, heißt es in dem Schreiben unter anderem. Ferner verweigere Ryssel eine Aufklärung „von Unstimmigkeiten und Merkwürdigkeiten“ im Zusammenhang mit dem erfolgten Rücktritt der Co-Fraktionsvorsitzenden Anna Lüdcke und der besagten Kündigung des Ex-Fraktionsgeschäftsführers. Ryssel erklärte auf PNN-Anfrage: „Über die finanzielle Situation im Kreisverband werde ich öffentlich keine Auskunft geben. Ich kann Ihnen aber versichern, dass der geplante Kreisparteitag – es sei denn die Corona-Situation ließe das dann nicht zu – planmäßig und satzungsgemäß stattfinden wird.“ Angepeilt ist bisher der 17. April, dann soll eine neue Kreisspitze gewählt werden.

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