• Weiterbildung digital: Volkshochschule Potsdam baut Online-Kurse aus

Weiterbildung digital : Volkshochschule Potsdam baut Online-Kurse aus

Statt im Kursraum wird nun am heimischen Rechner gelernt. Die Volkshochschule dafür ganz neue Formate entwickelt.

Sitz der Potsdamer Volkshochschule ist das Bildungsforum Am Kanal. 
Sitz der Potsdamer Volkshochschule ist das Bildungsforum Am Kanal. Foto: Manfred Thomas

Potsdam - In der Corona-Pandemie hat die Volkshochschule Potsdam (VHS) ihr digitales Lehrangebot ausgeweitet. Dass Präsenzveranstaltungen im Frühjahr sowie im Herbst und Winter nicht möglich waren, habe die VHS vor Herausforderungen gestellt, sagt deren Leiter Myrtan Xhyra. Dennoch sei der Lehrbetrieb weitergegangen – im Internet. „Ein Großteil der Sprachkurse wurde online fortgesetzt oder neu angeboten.” Auch Bewegungs- und Entspannungskurse würden nun vermehrt online angeboten.

Außerdem sind wissenschaftliche Vorträge im Live-Stream als kostenloses Angebot fest ins VHS-Portfolio aufgenommen worden. Am Montag (22. Februar) doziert zum Beispiel der Geschichtsprofessor Michael Hochgeschwender über Rassismus in den USA. Am 23. Februar diskutieren die Journalist:innen Alexander Gorkow und Laura Hertreiter über die Folgen der Coronakrise für die Kulturszene. Die Veranstaltungen sind über die Website vhs.potsdam.de zu finden.

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Schon 2019 hatte die VHS in einem vom Land Brandenburg geförderten Modellprojekt damit begonnen, digitale Lernformen für den Sprachunterricht zu entwickeln. In einem Folgeprojekt wurden die dabei gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere Kursangebote angewendet. Die technische Umsetzung des Projekts erfolgte über die “vhs.cloud”, eine digitale Lern- und Arbeitsumgebung für Volkshochschulen, die vom Deutschen Volkshochschulverband (DVV) betreut wird. 

Dr. Myrtan Xhyra, Leiter der Potsdamer Volkshochschule "Albert Einstein". 
Dr. Myrtan Xhyra, Leiter der Potsdamer Volkshochschule "Albert Einstein". Foto: Andreas Klaer

Die Plattform weist Gruppen und Kursen einzelne Online-Räume zu, in denen die eingeschriebenen Mitglieder miteinander arbeiten und kommunizieren können. Die Lehrpersonen erhalten sogenannte Lernbausteine, mit deren Hilfe sie interaktive Übungen für ihre Kurse erstellen können. Neben Text können auch Bilder sowie Audio- und Videodateien eingesetzt werden. Diese Bausteine werden den Teilnehmenden im Ganzen oder schrittweise zur Verfügung gestellt. In einem Sprachkurs kann der Einstieg zum Beispiel durch einen Dialog erfolgen, den die Lernenden hören und mitlesen können. Danach gibt es eine Verständniskontrolle mit sofortigem Feedback. Ausgehend davon können im Anschluss Einzelaspekte wie Wortschatz, Hören oder Grammatik einzeln geübt und vertieft werden. 

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Sich im virtuellen Raum zu bewegen, kann allerdings auch schwierig sein. „Die Pandemie hat uns noch einmal verdeutlicht, dass nicht alle Menschen mit der Digitalisierung Schritt halten können“, sagt Xhyra. Das Grundbildungszentrum der Volkshochschule sowie das VHS-Projekt „Grundbildung im Sozialraum“ am Schlaatz geben Erwachsenen Gelegenheit, Lesen und Schreiben lernen oder erste Schritte am Computer zu wagen. Während der Schließungen hätten die Einrichtungen den Kontakt zu den Lernenden aufrechterhalten, sagt Xhyra. 

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