• Wartefrust am Potsdamer blu-Schwimmbad: Stehen statt schwimmen

Wartefrust am Potsdamer blu-Schwimmbad : Stehen statt schwimmen

Wer ins Potsdamer blu-Schwimmbad will, muss aktuell gerade am Wochenende viel Wartezeit einplanen. Der kommunale Betreiber will die Lage verbessern und auf seiner Homepage informieren.

Viele potenzielle Badegäste beschwerten sich auch online über die langen Wartezeiten vor dem Schwimmbad. 
Viele potenzielle Badegäste beschwerten sich auch online über die langen Wartezeiten vor dem Schwimmbad. Foto: Ulfrid Mattig

Potsdam - Das Potsdamer Schwimmbad blu ist dem Andrang von Schwimmwilligen an Wochenenden aktuell nicht gewachsen. Deswegen bilden sich am Einlass lange Warteschlangen. Das berichteten mehrere Leser den PNN, ebenso machen Google-Rezensionen das Problem der vergangenen Tage deutlich.

So erklärte der Potsdamer Ulfrid Mattig, schon am Sonntag vor einer Woche habe er vor Einlass anderthalb Stunden Wartezeit in Kauf nehmen müssen. Am vergangenen Sonntag seien er, ein Freund und dessen Sohn nun schon 9.45 Uhr dort gewesen. Nach mehr als 100 Minuten Wartezeit habe das Personal die Zeitprognose von noch einer Stunde abgegeben. „Daraufhin haben wir aufgegeben.“ Das Problem sei die begrenzte Kapazität im Bad gewesen, es war zu voll. „Könnte nicht der Badbetreiber online die prognostizierte Wartezeit mitteilen?“, fragt sich Mattig.

"Katastrophale Überforderung"

Andere Nutzer drücken sich weniger verständnisvoll aus, gerade zuletzt mehrten sich negative Google-Bewertungen. So hieß es beispielsweise: „Katastrophale Überforderung an der Kasse. Über 1 Std. Wartezeit. Nie wieder.“ Oder, auch vom vergangenen Wochenende: „Nach einer Stunde Fahrt und 1h im Regen bei 5 Grad vor der Tür dann die Info dass es noch ca. 2h dauert. Sehr viele frustrierte Familien mit Kindern hier.“

Gründe für die Wartezeiten

Bei der kommunalen Bäderlandschaft, eine Tochter der Stadtwerke, ist das Problem bekannt. Es gelte aber für alle Bereiche im blu weiter eine Maximalbelegung, „die nach wie vor auf Grund der derzeit gültigen Auflagen aus der Corona-Eindämmungsverordnung verringert ist“, sagte ein Sprecher auf PNN-Anfrage. An gut besuchten Tagen, insbesondere an den Wochenenden, könne dies zu einem Einlass-Stopp führen. „Betroffen ist bisher ausschließlich das Familienbad.“ Das habe es aber auch schon in anderen Wintern gegeben und sei auch in Bädern üblich, hieß es vom Betreiber.

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Dieses Problem lasse sich auch nicht ändern, „nur die Informationsmöglichkeiten können ausgebaut werden“. Derzeit würden die Mitarbeiter:innen vor Ort über Einlassstopps informieren und „in Abständen“ an die Kundenschlange gehen, auch um Gäste für das weniger überfüllte Sportbad und die Sauna vorbeizuleiten. Es soll aber noch mehr passieren: „Parallel arbeiten wir an einer digitalen Informationslösung.“ Denkbar sei es, ähnlich wie bei Parkhäusern, die Belegung über das Internet abzurufen. „Wir sind derzeit mit unseren Dienstleistern in Prüfung, wie hier eine Lösung zu etabliert werden kann.“ Auch prüfe man Reservierungsmöglichkeiten zum Tagesbeginn.

Das blu-Bad gibt es seit 2017.
Das blu-Bad gibt es seit 2017.Foto: Ottmar Winter

Im Zuge der Pandemie hatte der blu-Betreiber eigentlich bereits ein Online-Buchungssystem etabliert – bei dem auch angezeigt wurde, ob noch genügend Karten da sind oder nicht. Dieses System habe sich aber als zu unflexibel erwiesen, hieß es zur Begründung. Und: Man sei eben nur ein kleinerer Badbetreiber, so dass für aufwendigere digitale Lösungen hohe Fixkosten für die Entwicklung entstehen würden, sagte der Sprecher.

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