• Vorbildlich und diszipliniert: Potsdamer halten sich an Maskenpflicht

Vorbildlich und diszipliniert : Potsdamer halten sich an Maskenpflicht

Seit Montag gilt die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Einzelhandel. Die Potsdamer halten sich überwiegend daran. Stadt und Verkehrsbetriebe sind zufrieden.

Im Hauptbahnhof hielten sich die meisten Menschen an die Masken-Regelungen.
Im Hauptbahnhof hielten sich die meisten Menschen an die Masken-Regelungen.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Maske tragen im Verkauf? Zu Beginn sei das noch etwas ungewöhnlich, sagt Ralf Köhler. Wenn niemand in seinem Geschenkeladen in Babelsberg ist, sitzt er meist ohne Schutzmaske an einem Tisch am Ende des Ladens. Kommt jedoch ein Kunde in seinen Laden, zieht er sie blitzschnell über Mund und Nase und bedient ihn. „Man bekommt zwar schlechter Luft. Ich denke aber man gewöhnt sich schnell daran“, so der 53-Jährige. Schwierig sei das Ganze nur mit seiner Brille, die beschlage manchmal und auch so könne ein längeres Kundengespräch schon mal auf die Ausdauer gehen, sagt Köhler. „Ich finde das aber insgesamt eine gute und sinnvolle Regelung.“

Seit Montag gilt in Potsdam Maskenpflicht. Ob selbstgenäht, von der Apotheke oder eine einfache OP-Maske: Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt oder einkauft muss einen Schutz tragen. Auch ein Schal oder ein Tuch kann dafür verwendet werden. Köhler sei es wichtig, dass sich die Kunden an die Regelung halten. „Wenn sie keinen Schutz haben, dann bekommen sie einen von uns.“ Vorgekommen sei dies aber bisher noch nicht. „Jeder hier hatte selbst einen dabei.“

Nicht nur in Bus und Bahn, auch im Laden, wie von Ralf Köhler (o.l.) trugen die meisten Menschen einen Schutz – oftmals selbstgenäht.
Nicht nur in Bus und Bahn, auch im Laden, wie von Ralf Köhler (o.l.) trugen die meisten Menschen einen Schutz – oftmals...Foto: Ottmar Winter

„Unsere Kunden hatten bisher alle einen Schutz dabei“

Schaut man sich in den Geschäften und Supermärkten der Landeshauptstadt um, so scheinen sich tatsächlich die meisten Menschen an die Maskenpflicht zu halten. „Unsere Kunden hatten bisher alle einen Schutz dabei“, sagt Kay Petermann von „Schreibwaren Petermann“ in Babelsberg. „Sollte jemand ohne Maske in den Laden kommen, weiß ich ehrlich gesagt nicht, was ich machen werde. Ich denke, ich beobachte ob er sonst Abstand hält“, so der 52-Jährige. Insgesamt finde er die Maskenpflicht sinnvoll. „So sehen die Menschen zumindest, dass die Corona-Krise noch lange nicht vorbei ist.“

Kay Petermann vom  Schreibwaren und Bürobedarf Petermann.
Kay Petermann vom  Schreibwaren und Bürobedarf Petermann.Foto: Ottmar Winter

Überwiegend positiv nahmen die Regelung auch die Menschen in den Shopping-Hotspots der Stadt auf, so auch in der Brandenburger Straße. „Ich finde das super“, sagt Michael Leyendecker, 57, aus der Speicherstadt. „Natürlich nervt es, man kann schwerer atmen und sprechen. Das ist aber ein geringes Opfer dafür, dass nun wieder Normalität einkehrt. Ich fühle mich sicherer beim Einkaufen.“

Diszipliniert in den Öffentlichen

Auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln zeigen sich die Menschen diszipliniert. In der Tram 99 von Babelsberg in die Innenstadt beispielsweise tragen alle der rund 20 Fahrgäste einen Mundschutz. Als ein knapp 50-jähriger Mann ohne Maske einsteigt, wird er kritisch von den übrigen Fahrgästen begutachtet. Er fällt nun auf, vor einigen Wochen war das noch andersherum. 

Der Potsdamer Verkehrsbetrieb (ViP) bestätigte auf PNN-Nachfrage das vorbildhafte Verhalten der Menschen: „Unsere Wahrnehmung und auch das Feedback des Fahrpersonals zeigen, dass die Potsdamer der Aufforderung zum Mund-Nasen-Schutz in Bus und Tram folgen“, sagt Pressereferent Stefan Klotz. Die Einhaltung der Maskenpflicht werde durch den ViP jedoch nicht überprüft. „Hierzu haben wir derzeit auch keine rechtliche Durchsetzungsmöglichkeit.“ Fahrgäste ohne Maske werden aktiv angesprochen, bei der nächsten Fahrt eine zu tragen. Auch an Haltestellen habe man gestern über die neue Regelung informiert.

Die Stadt zeigte sich ebenfalls mit den gestrigen Tag zufrieden. „Unser erster Eindruck ist, dass die Maskenpflicht bei den Potsdamern gut angenommen wird“, teilte Rathaussprecherin Juliane Güldner den PNN mit. „Gerade im Vergleich zur vergangenen Woche, in der es ja bereits die Empfehlung gab, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.“

Die Nachfrage nach Masken ist groß.
Die Nachfrage nach Masken ist groß.Foto: Ottmar Winter

Hohe Masken-Nachfrage 

So gewissenhaft sich die Potsdamer an die Regelung halten, so hoch ist nun auch die Nachfrage nach den Schutzmasken. „Wir haben das in der vergangenen Woche massiv gemerkt“, sagt Marja Hipper von der Zentral-Apotheke Am Kanal. „Wenn wir an einem Tag zehn Kunden hatten, die wegen anderen Sachen hier waren, dann war das schon besonders.“ Insgesamt habe man seit vergangene Montag rund 500 Masken verkauft. Einwegmasken und Schutz, den man auch mehrmals tragen kann, sind laut Hipper etwa ähnlich gefragt. Da der Einwegschutz, wie der Name bereits sagt, nicht mehrmals benutzt werden darf, gehe die Apothekerin davon aus, dass die Nachfrage weiterhin hoch bleibe.

Auch die Unscheinbar in der Friedrich-Ebert-Straße sei von den Käufern in den vergangenen Tagen „überrollt worden“, wie Inhaber Erik Helbl, 37, sagt. Zusammen mit seinen Mitarbeitern näht er schon seit Wochen Masken für die Potsdamer – bisher über 700 Stück. Die Nachfrage sei inzwischen so groß, dass Masken mit individuellen Stoffwünschen erst nach vier Tagen abgeholt werden können. „Wir bekommen das aber abgearbeitet, so der 37-Jährige. Nicht nur Sonderanfertigungen, sondern auch schlichte einfarbige Masken werden in der Bar verkauft. Besonders beliebt? „Kindermasken und bei den Erwachsenen eher schlichte Farben wie schwarz, die man gut mit anderen Klamotten kombinieren kann“, sagt Helbl. Dass die Masken aber ein dauerhafter Trend, auch nach Corona, bleiben, bezweifelt er. „Ich glaube kaum, dass ich in einem Jahr noch hier stehe und Mundschutz verkaufe.“

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SERVICE: Umgang mit den Masken

Seit Montag gilt „Maske auf“ in Potsdam und dem Rest von Brandenburg. Alle, die mindestens sechs Jahre alt sind, sollen die Alltagsmasken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel benutzen. In Schulen gibt es dagegen keine generelle Maskenpflicht. Das brandenburgische Gesundheitsministerium hat einige Empfehlungen und Regeln veröffentlicht, die für das Tragen von Alltagsmasken berücksichtigt werden sollten, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

ANLEGEN

Demnach sollten vor dem Anlegen der Maske die Hände gründlich mit Seife gewaschen werden.

Die Innenseite der Maske sollte möglichst nicht berührt werden, um Verunreinigungen zu vermeiden.

Die Maske muss zudem richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.

Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, um das normale Atmen möglichst wenig zu behindern.

GEBRAUCH

Während des Tragens sollte die Maske nicht angefasst und auch nicht um den Hals gehängt werden. Man sollte sie auch nicht unter das Kinn schieben.

Die Maske sollte ferner gewechselt werden, wenn sie durch Atemluft durchfeuchtet ist.

Beim Ablegen der Maske sollten nur die Seiten und Bänder berührt werden. Die Außenseite könnte verunreinigt sein.

Nach dem Ablegen der Maske anschließend wieder die Hände gründlich mit Seife waschen.

PFLEGE

Nach dem Gebrauch die textile Maske bei über 60 bis 95 Grad Celsius waschen, bis dahin möglichst luftdicht aufbewahren.

Bei Kaufmasken sollten unbedingt alle Herstellerhinweise zur Maske beachtet werden, auch Fachverkäufer wie Apotheker haben oftmals Ratschläge und Tipps zur Nutzung der Masken.

KAUFEN

In Apotheken und Supermärkten der Stadt wird der sogenannte „Mund-Nasen-Schutz“ verkauft. Selbstgemachte Masken sind ebenso in verschiedenen Läden in Potsdam sowie in Internetshops erhältlich.

HYGIENE

Das Gesundheitsministerium macht überdies deutlich, dass auch mit einer Mund-Nasen-Bedeckung der empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen eingehalten werden muss, um das Risiko einer Virusverbreitung weiterhin zu reduzieren. 

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