• Von Peer Straube: Neue Feuerwache eröffnet

Von Peer Straube : Neue Feuerwache eröffnet

Jakobs: „Meilenstein zur hochprofessionellen Gefahrenabwehr“ / Drei Landkreise mit im Boot

Innenstadt - 17 lange Jahre. Seit 1992 wussten die Kameraden der Feuerwehr, dass sie aus der alten Wache in der Werner-Seelenbinder-Straße raus müssen. „Aber nicht wohin“, sagte Potsdams Feuerwehr-Chef Wolfgang Hülsebeck.

Was folgte, war eine jahrelange Standortsuche, während die Fläche für die Feuerwehr am alten Standort wegen der Sanierung des Kutschstalls und der Nebengebäude immer kleiner wurde. Nun hat das Leiden ein Ende. Gestern wurde die neue Feuerwache in der Holzmarktstraße offiziell übergeben – „Erleichterung, Stolz und Freude“ seien bei den Feuerwehrleuten deutlich spürbar, sagte Hülsebeck. Und die Reihe der Gratulanten war durchaus illuster. So lobte Brandenburgs Innenminister Rainer Speer (SPD) den „imposanten Bau“, der allen Anforderungen modernen Katastrophenschutzes gerecht werde. Parteikollege und Oberbürgermeister Jann Jakobs wertete den 21-Millionen-Euro-Neubau als „ganz wichtigen Meilenstein zur hochprofessionellen Gefahrenabwehr“ in Potsdam. Koordiniert werden von hier künftig nicht nur alle Einsätze in Potsdam und im Landkreis Havelland – Prignitz und Ostprignitz-Ruppin sollen noch in diesem Jahr die Regionalleitstelle für Westbrandenburg komplettieren. 160 Mitarbeiter werden dann dort tätig sein. Der schwergewichtige Verbund soll sich auch die Kosten teilen. 1,3 Millionen Euro Miete muss Hülsebeck nämlich jährlich an den Kommunalen Immobilienservice (KIS) überweisen, der so seinen für das Projekt aufgenommenen Kredit abbezahlen will.

Für KIS-Chef Bernd Richter war das Bauvorhaben „eine der größten Herausforderungen in der Geschichte“ des städtischen Eigenbetriebs. Eigentlich hatte die Wache schon Ende 2008 übergeben werden sollen. Doch Umplanungen, etwa wegen des Streits mit der Schlösserstiftung über die Höhe des Schlauchturms, hätten zu Verzögerungen geführt, ebenso die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Richter überreichte Hülsebeck gestern den symbolischen Schlüssel – natürlich einen im Rot der Feuerwehr. Ein paar „Kleinigkeiten“ muss der KIS aber noch erledigen. Der Sportplatz etwa fehlt noch, auch der Anlegesteg für die Wasserwacht muss sobald der Frost vorbei ist noch gebaut werden – und ein Grillplatz. Den Grill will Jakobs den Kameraden sponsern.

Die Gebäude selbst aber sind fertig. 36 Einsatzfahrzeugen bietet die große Halle Platz, dort sind neben der Regionalleitstelle auch Unterkünfte, Sozialeinrichtungen und Büros untergebracht. Der Gebäudetrakt an der Türkstraße dient der Ausbildung, außerdem haben hier Lagerräume und Werkstätten ihren Platz. Die neue Wache ist zugleich Schulungs- und Logistikzentrum für alle Einheiten. Zudem stationiert der Bund 17 Fahrzeuge in der Wache, die zusammen mit den hiesigen Einheiten den Katastrophenschutz verstärken sollen. Darüber hinaus hat auch die recht kleine Freiwillige Innenstadt-Feuerwehr ihren Sitz, die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes bekommt ein Winterquartier und Schulungsräume.

Innenminister Speer wünschte den Mitarbeitern, „dass sie so wenig wie möglich ausrücken müssen“, und wenn doch, „dass es schnell geht und keiner der Kameraden zu Schaden kommt.“ Interessierte können heute übrigens in der neuen Feuerwache einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ab 11 Uhr gibt es dort einen Tag der offenen Tür.

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