Von Jana Haase : Schräg, schief, rund

Für den SciFi-Thriller „Pandorum“ entstand im Studio Babelsberg ein Riesenraumschiff

Schwindelerregend. Für den Thriller „Pandorum“ bauten die Handwerker von Studio Babelsberg ein Raumschiff (M.). „Die Anforderungen für die sehr speziellen, futuristischen Raumschiff-Welten waren enorm hoch“, sagt Art-Department-Chef Düwel (l.). Vor der Kamera standen unter anderem Antje Traue und Ben Foster (r.). F.: Manfred Thomas (2)/Studio Babelsberg
Schwindelerregend. Für den Thriller „Pandorum“ bauten die Handwerker von Studio Babelsberg ein Raumschiff (M.). „Die Anforderungen...

Das Innere des Raumschiffes ist ein wahres Labyrinth. Aber wenn Dennis Quaid und Ben Foster durch die Gänge der „Elysium“ irren und eigentlich gar nicht wissen, warum sie überhaupt hier sind, wird die verrostete Technik bald zum geringsten Problem. Denn das Riesenschiff ist „belebt“ – und für die Astronauten geht es plötzlich um Leben oder Tod.

Seit dieser Woche ist „Pandorum“, der neue Film von „Antikörper“-Regisseur Christian Alvart, in den Kinos. Entstanden ist der düstere Science-Fiction-Thriller 2008 fast komplett im Studio Babelsberg.

Für die Kulissenbauer des Art Departments war der Film eine besondere Herausforderung. In zweieinhalb Monaten bauten sie 22 Sets in den Studio-Ateliers auf, erzählt Art-Department-Chef Michael Düwel. „Da war alles schräg, schief, rund“, erinnert sich Marco Pressler, der als Bauleiter die Arbeit von bis zu 90 Handwerkern koordinierte: „So verquer konnte ich ohne die Modelle des Setdesigners manchmal gar nicht denken.“

Wichtig waren aber nicht nur die schwindelerregenden Dimensionen des Raumschiffes, sondern auch die kleinen Details, erklärt Marco Pressler. Von den 50 Meter langen Korridoren mit beweglichen Schleusentüren, über die Kommandobrücke und das „Space-Lab“ mit diversen Instrumenten bis hin zum „Sleeping Room“ mit Tiefschlaf-Maschinen für die Astronauten: Was im fertigen Film wie angerostetes Metall aussieht, ist in den meisten Fällen Holz, Styropor oder Plastik, verrät der Kulissenbauer. Bis zu achtmal müssen die Handwerker die Teile lackieren und bearbeiten – dann ist der Metall-Look perfekt.

Für ein zwölf mal sechs Meter großes und drei Meter tiefes Wasserbecken konnte allerdings so nicht getrickst werden: Insgesamt zwölf Tonnen Stahl wurden dafür verbaut, sagt Michael Düwel. In dem Becken, das auch nach dem Dreh im Studio verblieb, wurden die Unterwasseraufnahmen gemacht – mit 216 000 Litern passt mehr Wasser hinein, als vier durchschnittliche Deutsche in einem ganzen Jahr verbrauchen.

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