• Vom Schloss bleibt ein Briefkasten „Einstein“-Produktion bereits nach Erfurt verlegt

Potsdam : Vom Schloss bleibt ein Briefkasten „Einstein“-Produktion bereits nach Erfurt verlegt

Nicola Klusemann

Die Kulissen sind abgebaut, die Produktionshallen leer: Von der Kinderserie „Schloss Einstein“ sind in Babelsberg noch ein Büro und ein Briefkasten geblieben. Am 2. Juni war hier letzter Drehtag. Mit einer völlig neuen Crew werden unter dem gleichen Markennamen die Geschichten um hochbegabte Internatsschüler ab sofort in Erfurt produziert. Den Ortswechsel hatten die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf ihrer Hauptversammlung Ende 2006 beschlossen.

„So lange die alten Folgen noch ausgestrahlt werden, halten wir in Babelsberg die Stellung“, sagt Peter Rothkopf, Herstellungsleiter für die Produktionsfirma Askania Media. Die letzten im Studio Babelsberg produzierten Serienteile würden im November im Kinderkanal (Kika) gezeigt. Es kämen immer noch eine Menge Fanbriefe und Autogrammwünschen im Babelsberger Büro an. „Die wollen wir noch beantworten“, so Rothkopf. Der Herstellungsleiter war neun Jahre lang verantwortlich für „Schloss Einstein“. Jetzt geht für ihn die Ära im Zeichen des Zunge herausstreckenden Genies zu Ende. Für die Askania übernimmt in Thüringen die Saxonia Media – ebenso wie die Berlin-Brandenburgische Firma eine Tochter der bayerischen Unternehmensgruppe Bavaria – die Serienproduktion. „Mit fast ausschließlich neuen Gesichtern“, sagt Rothkopf. Nur Schauspieler Gert Schaefer, der seit Folge 1 den Hausmeister Heinz August Pasulke mimt, ziehe mit. Ansonsten gebe es neue Schüler, Lehrer, ein neues Schloss und damit kein Wiedersehen für alte Fans, kritisiert der Aufnahmeleiter die Entscheidung der ARD.

Bereits vor sieben Jahren hatte die ARD-Hauptversammlung entschieden, den öffentlich-rechtlichen Kindersender Kika in Erfurt anzusiedeln. Babelsberg hatte sich damals ebenso gute Chance ausgerechnet. Deshalb sollte zum Ausgleich ein nennenswerter Anteil der Produktionen in Potsdams Medienstadt stattfinden. Auf einen Nachfolgeauftrag in vergleichbarer Größenordnung von „Schloss Einstein“ wartet Peter Rothkopf bis heute. Nicola Klusemann