Potsdam : Vom Neuen Markt in alte Kaserne

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa ist umgezogen und fokussiert sich 2012 auf Friedrich II.

Thomas Wendel

Berliner Vorstadt - Das Deutsche Kulturforum östliches Europa ist umgezogen. Die als Verein organisierte Kulturinstitution sitzt seit wenigen Tagen in der Kaserne in der Berliner Straße 135. Dort haben die zwölf Mitarbeiter und ihre Direktorin Doris Lemmermeier des bundesweit bedeutsamen Kulturforums bessere Arbeitsbedingen als zuvor.

,,Wir waren zuvor sehr beengt“, sagte Lemmermeier. Die neuen Räume seien barrierefrei, ein Sitzungssaal habe zudem gefehlt. Das Archiv sei nur wenige Schritte entfernt in einem Nebengebäude auf dem Areal untergebracht.

In diesem Jahr bestimmt auch beim Kulturforum das Wirken Friedrichs II. den Verstaltungsplan. Dem Auftrag entsprechend wird dabei der Blick nach Osten geworfen: Lemmermeier hebt das Wirken des Preußenkönigs in der Neumark hervor, dem Landstrich jenseits des Oderbruchs. Dort ließ der König Warthe- und Netzebruch für die Landwirtschaft trockenlegen. Auch Schlesien nach den Kriegen werde thematisiert.

Diskussionsrunden wie im letzten Herbst über das Schicksal von Kriegsvertriebenen in der DDR mit der ebenfalls vertriebenen Schauspielerin Ursula Karusseit zählen ebenfalls zum Profil des Kulturforums. Kolloquien, Ausstellungen und eine Bücherreihe sollen über die Bande zwischen Deutschen und ihren Nachbarn im Norden und Osten aufklären. Auch zur Versöhnung will das Forum beitragen. Es ,,engagiert sich für eine kritische und zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit der Geschichte jener Gebiete“, so die Selbstdarstellung.

Die Stadtschreiber in benachbarten Kulturhauptstädten wie Tallinn (Reval) 2011 und Maribor (Marburg an der Drau) 2012 werden vom Institut gefördert. Mit der Buchreihe „Potsdamer Bibliothek östliches Europa“ werden zu moderaten Preisen Menschen und Orte vorgestellt: Bildbände wie der des Potsdamers Frank Gaudlitz über Menschen an der Donau ergänzen die Publikationen.

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Im Trägerverein sind zahlreiche Kultureinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet Mitglied. Im Kuratorium sind die neben dem Trägerverein die geldgebende Bundesregierung ebenso vertreten wie das Kulturministerium Brandenburgs, die Potsdamer Universität, die Polnische Botschaft und das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Thomas Wendel