• Potsdam: Bäume im Volkspark werden trotz Kritik gefällt

Volkspark Potsdam : Pro Potsdam: 120 Bäume müssen fallen

Nächste Woche werden die Baumfällungen im Volkspark in Potsdam beginnen. Die Kritik von Robert Funke, Landtagskandidat der Grünen, wies der Parkbetreiber als unbegründet zurück.

Der ZickZack-Kletterspielplatz im Volkspark ist von Bäumen umgeben. Im Frühsommer 2018 waren sie noch grün.
Der ZickZack-Kletterspielplatz im Volkspark ist von Bäumen umgeben. Im Frühsommer 2018 waren sie noch grün.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Gegen die von der kommunalen Bauholding Pro Potsdam angekündigten Fällung von knapp 120 vertrockneten Bäumen im Volkspark im Bornstedter Feld regt sich Widerstand. Der Grünen-Landtagskandidat im Potsdamer Norden, Robert Funke, hat sich nun in einer Pressemitteilung schockiert über das Vorhaben gezeigt: „Letztes Jahr habe ich im Hambacher Forst gegen Baumfällungen gekämpft – jetzt gilt das Gleiche für diesen Waldpark.“ Die Fällungen müssten sich auf wenige Bäume beschränken, „die ein echtes Sicherheitsrisiko darstellen“.

Er glaube auch nicht, „dass alle der 120 Bäume frei von jeglicher Chance sind, sich trotz der heißen Sommer wieder zu erholen“. Und selbst Totholz stelle laut dem dort gültigen Bebauungsplan einen wichtigen Bestandteil des Waldparks dar, so der 19-Jährige, der auch an den in dieser Woche im Stadtparlament beschlossenen Klimanotstand erinnerte.

Doch die Pro Potsdam als Parkbetreiber weist die Kritik als unbegründet zurück. Es gehe um 85 Birken, 13 Eichen und einige Ahorne, Robinien und Pappeln, sagte Sprecherin Anna Winkler. Deren Fällung sei angemessen und erfolge wegen der Verkehrssicherungspflicht – also der Pflicht, Parkbesucher vor Gefahren zu bewahren.

Auch liege eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde vor, man sei gemeinsam mit dem Amt auch vor Ort gewesen. Die blätterlosen Bäume seien laut Winkler wegen der Trockenheit im vergangenen Jahr „weitestgehend abgestorben“ und damit nicht mehr verkehrssicher – und sie stünden allesamt in der unmittelbaren Nähe von Wegen, Anliegerstraßen oder Spielplätzen. So gäbe es etwa zehn abgestorbene Bäume bei den Riesenrutschen im Volkspark  13  beim ZickZack-Spielplatz im Remisenpark. Eine Beschilderung allein würde nicht helfen, so die Sprecherin: „Ohne die Fällungen müssten beide Spielplätze dauerhaft gesperrt werden.“

Die Pro Potsdam-Sprecherin sagte zudem, dass es weitere abgestorbene Bäume im Inneren des Waldparks gebe: Diese würden – anders als von Landtagskandidat Funke angenommen – auch nicht gefällt. Ferner seien von den Gärtnern des Parks in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Eichen neu gepflanzt worden. Man sei auch bestrebt, die „abgängigen Bäume außerhalb von waldartigen Beständen zeitnah zu ersetzen“. Funke hatte erklärt, er fürchte die Zerstörung von Hecken, wenn die Fällfahrzeuge anrücken: „Nistplätze, Nahrungsquellen, Rückzugsorte und Verstecke für Vögel und andere Wildtiere gehen mit jedem Eingriff verloren.“ Winkler hingegen sagte, bei den Fällungen könne man größtenteils von erschlossenen Wegen aus arbeiten. Die Arbeiten sollen wie berichtet in der nächsten Woche beginnen.