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Verkleinerung des Potsdamer Volksparks : Beachvolleyballanlage vor dem Aus

Für die Sportanlage im Volkspark wird es wohl keine Alternativfläche geben. Das ging aus einem Krisengespräch mit der Stadtverwaltung sowie der Parkleitung hervor.   

Die Beachvolleyballanlage im Volkspark (hier eine Aufnahme von 2018) steht vor dem Aus.
Die Beachvolleyballanlage im Volkspark (hier eine Aufnahme von 2018) steht vor dem Aus.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Nachdem das Potsdamer Verwaltungsgericht die umstrittenen Umzugspläne für die Beachvolleyballanlage „Fun for 4“ im Volkspark gekippt hat, sieht es für die Zukunft des Unternehmens düster aus. „Ich erwäge das Geschäft aufzugeben“, sagte Inhaber Sebastian Kremin am Dienstag auf PNN-Anfrage. Vorausgegangen war ein Krisengespräch mit der Stadtverwaltung und der kommunalen Parkleitung, bei dem ihm nach eigenen Angaben keine Alternativfläche im Park angeboten werden konnte.

„Es gibt nur einen möglichen Standort in Golm, bis zur Eröffnung würde es wohl aber noch zwei Jahre dauern“, so Kremin. Das könne er nicht überbrücken. Hier gebe es aber noch Gespräche, ob eine Verfahrensbeschleunigung möglich wäre. 

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Keine Zukunft mehr

Doch im Volkspark hat die Anlage, die wegen der Verkleinerung des Parks ihren bisherigen Standort an der Georg-Hermann-Allee verlassen musste, offensichtlich keine Zukunft mehr. Im vergangenen Herbst waren der Vorschlag der Stadtverwaltung für einen alternativen Standort im sogenannten Großen Wiesenpark öffentlich geworden, dafür hatte das Baudezernat später auch eine Baugenehmigung erteilt. 

Doch einer Anwohnerklage wegen möglicher Lärmbelästigung hatte das Verwaltungsgericht bereits im Eilverfahren stattgegeben – so seien die Auflagen zum Lärmschutz „voraussichtlich untauglich“, stellte das Gericht fest. Dabei hatten die Stadtverordneten bereits Ende 2016 auf Initiative von SPD und CDU beschlossen, der Erhalt der Anlage im Volkspark müsse geprüft werden. 

Rubelt warnt vor Folgen der Entscheidung

Kremin sagte, er sei sehr enttäuscht über die Entwicklung, auch im Sinne der mehr als 1000 regelmäßigen Nutzer der seit mehr als zehn Jahren bestehenden Anlage. Er habe fest auf die Rechtskraft der Baugenehmigung vertraut und für die Vorbereitungen auf die Saison bereits Geld und auch Zeit in Planungen investiert. Er können nur nun noch hoffen, dass sich vielleicht doch noch eine weitere Fläche finde, sagte der Anlagenbetreiber. 

Potsdams Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) hatte nach dem Urteil erklärt, man prüfe die Einlegung von Rechtsmitteln. Zudem hatte er vor den Folgen der Entscheidung gewarnt: „Wenn die für unsere Quartiere wichtigen Freizeitprojekte nicht mehr zentral gelegen in den Nachbarschaften umsetzbar sind, hat das seinen Preis für alle – zum Beispiel weiter zunehmender Flächenverbrauch.“ Zuvor hatte die Stadtverwaltung bereits dem Stadtverordneten Sascha Krämer (Linke), der sich für die Rettung der Anlage zuletzt mehrfach einsetzte, eine ernüchternde Antwort auf eine Kleine Anfrage gegeben: Es bestehe keine Möglichkeit, den jetzt gescheiterten Standort im Rahmen der bestehenden B-Planung noch weiter in den Park zu verschieben. Ein anderer Standort, "der neben der Erfüllung der rechtlichen Kriterien auch sämtlichen Erwartungen der Anwohner entspricht, ist im Volkspark nicht bekannt", so die Bauverwaltung schon damals.

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Die CDU denkt indes schon ein Stück weiter. Sie hat für die Stadtverordnetenversammlung Anfang Juni den Antrag gestellt, dass das Rathaus prüfen soll, „wie das Beachvolleyballangebot im Volkspark als öffentliches Angebot unabhängig von der professionellen Anlage und deren Realisierung bedarfsgerecht gestaltet werden kann“. Solche kleineren unkommerziellen Angebote hatte bereits die kommunale Pro Potsdam als Betreiberin des Volksparks in Aussicht gestellt. 


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