• Verkleinerte Semmelhaak-Siedlung: Ärger um Beschluss zu Fahrland

Verkleinerte Semmelhaak-Siedlung : Ärger um Beschluss zu Fahrland

Fahrlands Ortsvorsteher Stefan Matz kritisiert den Beschluss der Stadtverordneten, die geplante Siedlung in Fahrland zu verkleinern. Er fürchtet, dass dadurch auch das vorgesehene Pflegeheim, die Apotheke und die Kita vor dem Aus stehen.

Bis in Fahrland die Bagger und Kräne anrücken, wird es noch dauern.
Bis in Fahrland die Bagger und Kräne anrücken, wird es noch dauern.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam - Der von den Stadtverordneten überraschend gekippte Plan für eine Eigenheim-Siedlung des Unternehmens Semmelhaack in Fahrland sorgt in dem Ortsteil für Unverständnis. Der Ortsvorsteher Stefan Matz (parteilos) sprach gegenüber den PNN am Freitag von einer „unbedarften Entscheidung“, die gegen das Votum des Ortsbeirats getroffen worden sei. Damit würde nun eine auch für andere nördliche Ortsteile dringend nötige Apotheke samt Kühllager für Impfstoffe verhindert, ebenso ein medizinisches Versorgungszentrum. „Ich habe den Betreiber dafür selbst an Bord geholt – daher weiß ich, dass er keine zwei Jahre warten will.“ 

100 Arbeitsplätze in Gefahr

Für die Mitarbeiter des Zentrums sei die Siedlung unter anderem gedacht gewesen. Weiterhin seien mit dem Beschluss ein ebenso von Semmelhaack geplantes stationäres Pflegeheim, eine weitere Kita, dringend benötigte Gewerberäume, 100 Arbeitsplätze sowie eine barrierefreie Wegeverbindung zwischen Dorfkern und Neubaugebieten in Gefahr. Auch die „mühsam verhandelte Heizungsversorgung“ für die Siedlung mit hohen Umweltstandards stehe nun wieder in den Sternen. Sein Unverständnis habe er auch den Fraktionen von CDU und Grünen, die den Beschluss zusammen mit der Fraktion Die Andere herbeigeführt hatten, in einem Schreiben mitgeteilt, sagte Matz.

Der Bebauungsplan muss geändert werden

Wie berichtet hatten die Stadtverordneten am Mittwoch überraschend einem Änderungsantrag der CDU zugestimmt, dass der B-Plan für die Siedlung noch einmal umgeschrieben werden soll. So soll ein Grünstreifen um die Siedlung zwölf statt fünf Meter breit sein und zehn von eigentlich mehr als 30 Wohnungen weniger gebaut werden. Damit müsste der Bebauungsplan für das Areal neu aufgesetzt werden, was erfahrungsgemäß mehr als ein Jahr dauern kann. Dabei hatte der Bauausschuss einige Wochen zuvor noch dem eigentlichen Plan ohne größere Bedenken zugestimmt. Nach PNN-Informationen wird nun in der Bauverwaltung allerdings geprüft, ob der strittige Beschluss womöglich rechtswidrig ist – und deswegen aufgehoben werden muss. Dann könnte der B-Plan erneut auf die Tagesordnung der Stadtverordneten gesetzt werden. 

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