• Verkehrsprobleme in der Speicherstadt: Rathaus verteidigt Radfahrverbot für Leipziger Straße

Verkehrsprobleme in der Speicherstadt : Rathaus verteidigt Radfahrverbot für Leipziger Straße

Nach dem angekündigten Radfahrverbot in der Leipziger Straße gibt es viel Unmut. Das Rathaus verteidigt das Vorgehen vor Ort.

Die Leipziger Straße wird für Radfahrer ab Dienstag gesperrt - sie müssen schieben
Die Leipziger Straße wird für Radfahrer ab Dienstag gesperrt - sie müssen schiebenFoto: Andreas Klaer

Potsdam - Die von der Stadt angekündigte Sperrung der Leipziger Straße für Radfahrer hat für Ärger und Unverständnis bei Anwohnern und regelmäßigen Nutzern der Strecke gesorgt. Man müsse jeden Tag mehrmals für den Kita- und Arbeitsweg diese Stelle passieren, schrieben mehrere Betroffene den PNN. Das Auto oder den Bus könne man angesichts der Bauarbeiten und der Staus im Umfeld ebenfalls nicht nutzen. „Und nun ist Ihr Haus der Meinung, man könnte mit Kind und Kegel den Umweg über den Brauhausberg nehmen“, schrieb eine Potsdamerin direkt an das Rathaus. 

Kritisiert wurde vor allem, dass die Stadt im Zuge der Bauarbeiten für das neue Quartier in der Speicherstadt den dortigen Uferweg aus baulogistischen Gründen hatte schließen lassen. Damals war stets darauf verwiesen worden, dass Radfahrer von der Innenstadt aus über die Leipziger Straße zum Beispiel in Richtung Hermannswerder fahren können.

"Nur eine begrenzte Zeit"

Das Rathaus hingegen verteidigte das Vorgehen. Auf PNN-Anfrage sagte Sprecherin Christine Homann, die ab kommendem Dienstag für sieben Wochen angekündigte Sperrung gelte nur für eine „begrenzte, kurze Zeit“, für die man sich nach einer Abwägung entschieden habe. Wegen der aktuellen Gefahrenlage sei diese Einschränkung vertretbar. So hatte das Rathaus auf die Baufahrzeuge vor Ort verwiesen sowie auf nun nicht ausreichende Wegbreiten für Radfahrer. 

Sprecherin Homann betonte aber auch, es handele sich nur um ein Durchfahrverbot für eine kürzere Strecke von rund 100 Metern in einer sogenannten Gehweggasse. „Es besteht die Möglichkeit, diesen Abschnitt als Fußgänger, das heißt das Fahrrad schiebend, zu passieren“, hatte die Stadtverwaltung bereits am Donnerstag erklärt. Alternativ könnten Radler auch über den Brauhausberg fahren – was allerdings nicht nur in Höhenmetern ein erheblicher Umweg ist. Die Frage, ob das Durchfahrverbot von Ordnungskräften kontrolliert wird, ließ die Sprecherin am Freitag offen. 

Die Alternative, einen provisorischen Uferweg in dem Bereich der Speicherstadt, hatte das Rathaus aus diversen Sicherheitsgründen abgelehnt – obwohl 2500 Potsdamer für eine temporäre Übergangslösung unterschrieben und auch die Stadtverordneten mehrfach darauf gedrängt hatten.

Die Leipziger Straße am vergangenen Freitag
Die Leipziger Straße am vergangenen FreitagFoto: Andreas Klaer
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