• Verkehr: Keine S-Bahn in den Berliner Westen

Verkehr : Keine S-Bahn in den Berliner Westen

Ab Dienstag fahren bis zum 9. September von Potsdam nur Ersatzbusse oder volle Regionalzüge in Richtung Berlin. Teilweise gibt es aber Alternativen

Schwere Zeiten für Pendler: Die S-Bahn zwischen Potsdam und dem Berliner Westen ist für zwei Wochen unterbrochen.
Schwere Zeiten für Pendler: Die S-Bahn zwischen Potsdam und dem Berliner Westen ist für zwei Wochen unterbrochen.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam - Pendler zwischen Potsdam und der Berliner Innenstadt brauchen ab Dienstag starke Nerven: Ab 22 Uhr fahren bis zum 9. September um 1.30 Uhr keine S-Bahnen mehr in die westliche Berliner Innenstadt. Grund dafür ist der Ausbau von Weichen zwischen Wannsee und Grunewald und der Einbau eines neuen Zugsicherungssystems zwischen dem Potsdamer Hauptbahnhof und dem Westkreuz, wie eine Sprecherin der S-Bahn den PNN bestätigt.

Bis zum 1. September um 22 Uhr fahren immerhin zwischen Potsdam und Wannsee noch S-Bahnen: Die Züge der Linie 1 werden zum Potsdamer Hauptbahnhof verlängert. Ab Wannsee fahren Ersatzbusse nach Messe Süd, wo in die S-Bahnen in Richtung City umgestiegen werden kann. Ab der Nacht zum 2. September ist wegen des Einbaus des Zugsicherungssystems jedoch auch das nicht mehr möglich: Dann fahren die Ersatzbusse vom Bahnhof Messe Süd zum Potsdamer Hauptbahnhof. Vom 6. bis zum 9. September fahren die Busse bereits von Charlottenburg über Messe Nord und Wannsee nach Potsdam. Dafür habe man sich laut S-Bahn-Sprecherin entschieden, weil an dem Wochenende sowohl die Internationale Funkausstellung (IFA) auf dem Messegelände als auch das Festival Lollapalooza am Olympiastadion stattfinden und die S-Bahnen in Richtung Messe Süd daher stark ausgelastet sein werden.

Mit dem neuen elektronischen Zugsicherungssystem – den gelben Kästchen neben den Schienen – soll die S-Bahn zuverlässiger werden. Züge sollen dann dichter hintereinander fahren können.

Neben den Ersatzbussen verweist die S-Bahn ihre Fahrgäste auch auf die Regionalzüge auf der Strecke, die jedoch in der Hauptverkehrszeit bereits ohne den S-Bahn-Ausfall überfüllt sind. Auf die Frage, warum man nicht wie früher als S-Bahn-Ersatz Regionalzüge zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Charlottenburg pendeln lässt, hieß es von der S-Bahn: „Leider stehen hierfür keine zusätzlichen Ressourcen bei den in Frage kommenden Verkehrsunternehmen zur Verfügung.“ Im Klartext: Weder Deutsche Bahn noch ODEG oder NEB, die in der Region aktiv sind, können laut S-Bahn zusätzliche Züge bereitstellen.

Wer von Potsdam nach Charlottenburg will, hat kaum eine sinnvolle Alternative zu den vollen Regionalzügen oder den Ersatzbussen. Zum Bahnhof Friedrichstraße kann man noch bis zum 1. September die bis dahin durchfahrende S1 nutzen. Vom 1. bis zum 9. September bietet sich zumindest vom Potsdamer Süden aus ein Umweg über Teltow an: Von der Haltestelle Stern-Center/Nuthestraße fahren alle 20 Minuten Expressbusse der Linie X1 zum Teltower S-Bahnhof, wo S25 und S26 über den Bahnhof Friedrichstraße in den Berliner Norden fahren. Vom Stern-Center zur Friedrichstraße dauert die Fahrt genau eine Stunde. Vom Johannes-Kepler-Platz sind es mit dem Bus 601 über Teltow zur Friedrichstraße 65 Minuten, auch diese Verbindung gibt es alle 20 Minuten.

Eine bequeme Alternative zum Ersatzverkehr gibt es von Potsdam aus in den Berliner Norden: Wer etwa zum S-Bahnhof Tegel will, kann vom Hauptbahnhof aus die immer zur vollen Stunde abfahrende RB20 bis Hennigsdorf nehmen und dort in die S25 umsteigen. Die Fahrt dauert 57 Minuten, zum Bahnhof Gesundbrunnen sind es 17 Minuten länger. In den Zügen gibt es spätestens hinter Golm fast immer freie Sitzplätze.

Von Golm aus gibt es in den Berliner Osten ebenfalls Alternativen zu den überfüllten Regionalbahnen oder dem Ersatzverkehr: Wer zum Ostbahnhof will, nimmt am besten die stündlich fahrenden Züge in Richtung Königs Wusterhausen und steigt am Flughafen Schönefeld in den RE7 um. Die Fahrt dauert 56 Minuten, zwischen Golm und dem Flughafen gibt es meistens noch Sitzplätze.