• Verkehr in Potsdam: Poller in der Gutenbergstraße kommen Ende April

Verkehr in Potsdam : Poller in der Gutenbergstraße kommen Ende April

Bald wird es keinen Schleichweg mehr durch die Gutenbergstraße geben: Sie wird im Frühjahr 2020 für den Autoverkehr gesperrt. Es gibt aber Ausnahmen. 

Die Gutenbergstraße in der Potsdamer Innenstadt.
Die Gutenbergstraße in der Potsdamer Innenstadt.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Der bei vielen Autofahrern beliebte Schleichweg durch die gepflasterte Gutenbergstraße wird nächstes Jahr dauerhaft versperrt. Ab Ende April 2020 sollen Poller den Durchgangsverkehr verhindern. Das teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. Die Details zu diesen Plänen, die grundsätzlich schon 2017 mit dem Innenstadtverkehrskonzept beschlossen worden sind, waren am Abend zuvor den Stadtverordneten im Mobilitätsausschuss vorgestellt worden. 

Ab Ende April 2020 sollen Poller den Durchgangsverkehr auf der Gutenbergstraße verhindern
Ab Ende April 2020 sollen Poller den Durchgangsverkehr auf der Gutenbergstraße verhindernGrafik: PNN

Eigentlich hatte die Bauverwaltung diese Poller wie berichtet schon dieses Jahr aufstellen wollen, jedoch hatte sich das zuvor nötige Prüfverfahren als aufwendiger als gedacht herausgestellt.

Seit Jahren schon sorgt der Schleichweg für Diskussion. Denn wenn es sich etwa in der Hegelallee in Richtung Nuthestraße staut, weichen viele Autofahrer auf die gepflasterte Gutenbergstraße aus – zum Ärger lärmgeplagter Anwohner.

Dieser Durchgangsverkehr soll nun mit neuen Pollern auf der Kreuzung Gutenberg-/ Jägerstraße in beiden Richtungen unmöglich gemacht werden. Damit werde „die Verkehrssicherheit erhöht und dieser Teil der Innenstadt spürbar vom Kfz-Durchgangsverkehr entlastet“, sagte Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos). 

Versorgungsverkehr soll weiter möglich sein

Ähnlich den bereits bestehenden Pollern in der Innenstadt wird laut Bauverwaltung eine Möglichkeit zum Absenken für Rettungsfahrzeuge oder anderweitige Sonderverkehre vorgesehen. Zugleich will man Anlieferverkehr – etwa in Richtung Karstadt in der Jägerstraße – weiterhin möglich machen. So sollen trotz der Poller in dem Bereich noch Kurvenfahrten möglich sein: Nämlich von der Gutenbergstraße in die Jägerstraße (siehe Grafik). „Das Aufstellen der Poller folgt dem Prinzip einer Diagonalsperre“, erklärte Rubelt. So werden zusätzliche Sackgassen vermieden, die Erschließung für Ver- und Entsorgungsverkehre bleibt gewährleistet, hieß es in der Verwaltungsmitteilung. 

Jetzt geht es laut Stadtverwaltung noch um Formalien. Anfang des Jahres 2020 beginne ein „behördliches Anhörungsverfahren“, ferner soll eine gesonderte Information der Anlieger erfolgen. Die Umsetzung ist dann Ende April 2020 geplant.

Die Kreuzung ist ein Unfallschwerpunkt

Angesichts möglicher Kritik von Autofahrern verwies die Stadtverwaltung darauf, dass die Maßnahme bereits mit Bürgern abgestimmt sei: „Sowohl im Rahmen der öffentlichen Beteiligungswerkstätten zur Erstellung des Innenstadtverkehrskonzepts als auch bei der Konzepterarbeitung für die Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Nauener Tor und Charlottenstraße wurde wiederholt eine Unterbindung des Durchgangsverkehrs entlang der Gutenbergstraße gefordert.“

Zudem habe sich die Kreuzung Friedrich-Ebert-/ Gutenbergstraße in den vergangenen Jahren zu einer Unfallhäufungsstelle entwickelt. Durch den Durchgangsverkehr auf der Gutenbergstraße würden dort täglich mehr als 4000 Autos entlangfahren, diese Zahl soll auf unter tausend sinken.

Rot-grün-rotes Bündnis will Innenstadt autofrei machen

Die Sperrung des Schleichwegs ist auch Bestandteil des übergeordneten Plans, die Friedrich-Ebert-Straße zwischen Nauener Tor und Charlottenstraße ab 2024 zu einem fußgänger- und fahrradfreundlichen Boulevard mit nur noch wenig Autoverkehr umzugestalten. Dabei schon vorgesehen ist auch die Erweiterung der Fußgängerzone in der Brandenburger Straße auf das Teilstück vor der Kirche St. Peter und Paul, welches derzeit nur zum Weihnachtsmarkt für Autos gesperrt ist. Noch weiter will das rot-grün-rote Rathausbündnis gehen – und die Innenstadt rund um die Brandenburger Straße perspektivisch autofrei machen, wie dies in anderen Städten bereits praktiziert wird.


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