• Verkehr in Potsdam: Für Autofahrer wird es unangenehm

Verkehr in Potsdam : Für Autofahrer wird es unangenehm

Autofahrer müssen in den nächsten Jahren viel Geduld aufbringen: An mehreren Straßen und an Tramtrassen in Potsdam wird gebaut. Ein Überblick über geplante Baustellen.

Auf der Heinrich-Mann-Allee soll sich laut den Plänen der Stadt einiges ändern.
Auf der Heinrich-Mann-Allee soll sich laut den Plänen der Stadt einiges ändern.Foto: Ingenieurbüro Dipl.-Ing. H. Vöss

Potsdamer Autofahrer stehen in den nächsten Jahren harte Zeiten bevor. Das wurde einmal mehr am Mittwochabend auf dem dritten Verkehrsforum in der Aula des Humboldt-Gymnasiums deutlich. Die Veranstaltung befasste sich dabei vor allem mit geplanten Veränderungen an den Straßen und Tramtrassen im südlichen Stadtgebiet. Die PNN geben einen Überblick über die einzelnen Vorhaben.


Sperrung der Behlertstraße

Für viele Autofahrer, die von der Nuthestraße in die Potsdamer Innenstadt oder weiter nach Norden wollen, wird es in den nächsten Jahren eine weitere schmerzhafte Verkehrseinschränkung geben. So plant die Stadt, ab dem Jahr 2021 die Behlertstraße im Bereich zwischen der Berliner Straße und der Mangerstraße für anderthalb Jahre voll zu sperren. Die viel befahrene Straße soll samt den in der Erde liegenden Leitungen erneuert werden. Das teilte Norman Niehoff, Leiter des Bereichs Verkehrsentwicklung im Potsdamer Rathaus, bei dem Treffen mit.

Die Arbeiten in der Straße fallen damit in eine ohnehin baustellenreiche Zeit. Denn der Landesbetrieb will entlang der Nuthestraße mehrere Brücken erneuern. Komplett neu gebaut werden muss etwa die sogenannte Hochstraßenbrücke über die Bahngleise, die Friedrich-List- und die Friedrich-Engels-Straße. Der rund 23 Millionen Euro teure Bau soll 2020 beginnen und bis 2023 dauern, wie es zuletzt hieß. Ebenso könnte es Kollisionen mit der Großbaustelle am Leipziger Dreieck geben, sollte man dort nicht rechtzeitig 2020 fertig sein. Und noch völlig unklar ist, wie ein weiteres Großprojekt im Norden der Stadt in diese Verkehrsplanung passt: Wie berichtet strebt die Stadt an, dass die geplante neue Straßenbahnlinie nach Krampnitz 2025 in Betrieb geht. Diese verläuft auch entlang der Bundesstraße 2 über die Insel Neu Fahrland, wo auch eine neue Brücke nötig wird.


Wendeschleife am Hauptbahnhof

Mit dem schon lange geplanten Umbau des Leipziger Dreiecks wird der quer über diesen Verkehrsknotenpunkt führende eingleisige Schienenast der Tram wegfallen, ebenso die Haltestelle Hauptbahnhof/Heinrich-Mann-Allee. Damit die Straßenbahnen auch nach dem Umbau noch am Bahnhof wenden können, wird eine neue Wendeschleife gebaut. Bahnen, die aus der Innenstadt kommen und am Hauptbahnhof umkehren sollen, werden dann künftig von der Haltestelle Lange Brücke aus über ein neues Gleis direkt nach Süden in die Friedrich-Engels-Straße einfahren können. Auf der Fahrbahn stadtauswärts soll dort ein neues Gleis verlegt werden, das im weiteren Straßenverlauf an die Tramgleise angeschlossen wird, die bereits heute die Friedrich-Engels-Straße queren. Die neue Wendeschleife wird künftig also komplett zwischen dem Südrand der Friedrich-Engels-Straße und dem Hauptbahnhof liegen. In der Engels-Straße ist auch eine neue Tramhaltestelle geplant. Der Umbau der Gleisanlagen soll in den Jahren 2019 und 2020 erfolgen.


Umbau an der Heinrich-Mann-Allee

Die Heinrich-Mann-Allee wird bisherigen Planungen zufolge für viele Jahre ein völlig anderes Antlitz erhalten. Denn hier sind zahlreiche Baumfällungen geplant, da ab dem Jahr 2023 die Trasse der Straßenbahn verbreitert werden soll. Vor der Staatskanzlei werden die Gleise zudem an den südwestlichen Fahrbahnrand verlegt. Die hier vorhandene Böschung soll durch eine Stützmauer ersetzt werden, um auf diese Weise Platz zu gewinnen. Alle Bäume, die dort heute in der vorderen Baumreihe direkt an der Böschung stehen, sollen gefällt werden.

Auch im Abschnitt zwischen der Haltestelle Sporthalle und der Waldstraße werden, so jedenfalls die Planungen, sämtliche Bäume zwischen der Straßenbahntrasse und der Hauptfahrbahn gefällt. Denn die Gleisanlagen sollen verbreitert werden. Grund hierfür ist, dass man auch mit den neuen breiteren Wagen der Straßenbahnen problemlosen Gegenverkehr ermöglichen will. Dafür muss der Schienenabstand in der Mitte der Gleistrasse vergrößert werden. Dies hat zur Folge, dass die Gleisanlagen etwas weiter in Richtung der heutigen Fahrbahn verschoben werden müssen. Und damit ist dann kein Platz mehr für die bestehenden Bäume. Die Heinrich-Mann-Allee soll jedoch auch nach dem Umbau ihrem Namen gerecht werden und als Allee erkennbar bleiben. Daher will man entlang der Straße neue Bäume pflanzen. Von der Haltestelle Sporthalle bis zur Waldstraße wird es zwischen der Fahrbahn und den Gleisen einen neuen Grünstreifen mit Bäumen geben, so die Planungen.


Wetzlarer Bahn

Nicht aufgegeben sind die alten Pläne, wonach die Übergänge über die Eisenbahn an der Drewitzer Straße und an der Heinrich-Mann-Allee geschlossen werden könnten. Schon vor Jahren gab es entsprechende Überlegungen. Als Ersatz für den Wegfall der Querungen sind verschiedene Tunnel- oder Brückenvarianten im Gespräch. Eine Möglichkeit: An einer noch festzulegenden Stelle zwischen den heutigen Bahnübergängen könnte ein Tunnel den Verkehr aufnehmen. Im angrenzenden Industriegebiet müsste dafür eine entsprechende Straßenanbindung gebaut werden. Sollte die Wetzlarer Straße bis hin zur Heinrich-Mann-Allee verlängert werden, könnte die neue Bahnunterführung hier ebenfalls angebunden werden. Statt eines Tunnels ist aber auch eine Brücke über die Gleise denkbar. Ausgereift sind diese Pläne jedoch noch lange nicht. Zunächst soll eine Machbarkeitsstudie erarbeitet werden. Hierfür gibt es noch keinen Termin.


Wetzlarer Straße

Auf dem schon bestehenden Teil der Wetzlarer Straße soll der Zweirichtungsradweg zugunsten eines einspurigen Radwegs entfallen. Für Radfahrer in Richtung Bahnhof Medienstadt Babelsberg will man auf der entsprechenden Richtungsfahrbahn parallel zum dortigen Parkstreifen einen eigenen Radfahrstreifen markieren. So soll das Radfahren sicherer werden.


Neue Abfahrt für Nuthestraße

Die Nutheschnellstraße könnte in Höhe des Neuendorfer Angers eine neue Abfahrt erhalten. Sie soll Autofahrern aus Richtung Teltow ermöglichen, hier auf die Friedrich-Engels-Straße zu fahren. Die neue Abfahrt würde etwa am Wertstoffhof parallel zur Nuthestraße verlaufen. Autofahrer müssten dann die Unterführung unter der Nuthestraße nutzen und könnten von dort weiter auf die Friedrich-Engels-Straße fahren. Dort befindet sich heute nur eine Auffahrt auf die Nuthestraße, jedoch keine Abfahrt. Einen Zeitplan für das Vorhaben gibt es noch nicht. Auf der Nuthestraße sind wie berichtet für die nächsten Jahre umfangreiche Sanierungsarbeiten geplant; ein Park-and-ride-Parkplatz soll nahe der Wetzlarer Straße entstehen.


Sanierung des Horstwegs

Der marode Horstweg soll etwa ab 2023 saniert werden. Dabei will man auf dieser Verbindungsstrecke zwischen der Heinrich-Mann-Allee und Babelsberg mehr Platz für Radfahrer schaffen. (mit Henri Kramer)