Verein für Arbeitsmarktintegration und Berufsförderung : Potsdamer Sozialträger ist pleite

Ein 20 Jahre lang aktiver Potsdamer Sozialträger hat Insolvenz angemeldet. Denn ein Auftraggeber hatte nicht rechtzeitig gezahlt. 

Der Potsdamer AIB-Verein hat unter anderem Sprachkurse organisiert. Doch nun ist er insolvent. 
Der Potsdamer AIB-Verein hat unter anderem Sprachkurse organisiert. Doch nun ist er insolvent. Foto: A. Klaer

Potsdam - Der seit mehr als 20 Jahren in Potsdam aktive Verein für Arbeitsmarktintegration und Berufsförderung (AIB) ist pleite. Am Amtsgericht ist bereits Mitte November ein Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet worden. Die zuständige Insolvenzverwalterin Susanne Berner sagte den PNN, der gemeinnützige Verein habe bereits Ende Oktober die Geschäftstätigkeit eingestellt, die noch bis zu vier Angestellten hätten ihren Job dadurch bereits verloren.

Der Verein war mehr als 20 Jahre aktiv

Der Verein hat über mehr als zwei Jahrzehnte Projekte zur Beschäftigungsförderung und Integration auf Landes-, Bundes und EU-Ebene durchgeführt. Der Hauptgrund für den finanziellen Engpass sei, dass ein Auftraggeber für ein Projekt nicht rechtzeitig die vereinbarte Summe habe zahlen können, weil dieser ebenso auf Fördergelder wartete, wie Berner erklärte. Details und Namen nannte sie nicht. Jedenfalls habe der AIB-Verein aber dringend benötigte Einnahmen nicht verbuchen können – und sei in die finanzielle Schieflage geraten. Schließlich habe der Vorstand die Zahlungsunfähigkeit anmelden müssen, so Berner.

Projekte für Langzeitarbeitslose, Jugendliche und Flüchtlinge

Der 1995 gegründete AIB-Verein hat seinen Hauptsitz in Potsdam und betrieb Niederlassungen in Brandenburg (Havel) und Teltow. Die Projekte zielten speziell auf Langzeitarbeitslose, Jugendliche, Spätaussiedler und Flüchtlinge. Unter anderem wurden Sprachkurse angeboten. Zu den Projektpartnern zählten etwa die Jobcenter der Region, aber auch die Fachhochschule.