• Vandalismus und Müll in Parks: Stiftung wehrt sich gegen illegale Partys

Vandalismus und Müll in Parks : Stiftung wehrt sich gegen illegale Partys

Zerschlagene Flaschen, ein abgerissenes Hinweisschild: Die Welterbeparks in Potsdam leiden unter nächtlichen Partys. Die Schlösserstiftung holt sich die Polizei zur Hilfe.

Müll im Neuen Garten nach einem Sommerwochenende.
Müll im Neuen Garten nach einem Sommerwochenende.Foto: SPSG/ Nicole Koppe

Potsdam - Die Schlösserstiftung will auch künftig illegale Partys in den Welterbeparks mit Hilfe der Polizei auflösen. So gab es in den Wochenendnächten wiederholt größere Menschenansammlungen unter anderem im Neuen Garten. „Ein Aufenthalt in den Parks während der nächtlichen Schließzeit erfüllt den Tatbestand des Hausfriedensbruchs“, sagte eine Sprecherin der Stiftung am Montag auf PNN-Anfrage. 

Nach den Feiern am Wochenende seien unter anderem ein Hinweisschild zur Liegewiese abgerissen und eine Parkbank beschmiert gewesen. Auf Fotos der Stiftung vom Wochenende waren zudem zerschlagene oder leere Bierflaschen und weiterer verstreuter Müll zu sehen. Wie berichtet hatte die Polizei am Freitagabend eine Party mit bis zu 500 Jugendlichen an der Badestelle des Neuen Gartens auflösen müssen. 

Unzählige Glasflaschen sammeln Sicherheitspersonal und Gärtner nach einem Wochenende von den Wiesen.
Unzählige Glasflaschen sammeln Sicherheitspersonal und Gärtner nach einem Wochenende von den Wiesen.Foto: SPSG/Matthias Schinke


Schon seit Monaten wird in Potsdam über die Nutzung der denkmalgeschützten Welterbeparks diskutiert. So hatten die Stadtverordneten beschlossen, dass das Rathaus möglichst mehr Draußen-Treffpunkte für junge Menschen in Potsdam schaffen soll – verbunden mit dem Auftrag zu Verhandlungen mit der Stiftung, dass sich in deren Parks junge Menschen auch in den Abendstunden aufhalten können. 

Allerdings stellte die Sprecherin der Stiftung erneut klar: „Eine Veränderung der in der Parkordnung verankerten Öffnungszeiten ist nicht geplant.“ Gleichwohl sei beabsichtigt, den Dialog mit dem Stadtjugendring nach der Sommerpause fortzuführen und „gemeinsame Projekte zu entwickeln“. Auch eine Rathaussprecherin sagte auf Anfrage, man wolle mit regelmäßigen Treffen die Kooperation zwischen Stadt und Stiftung „weiter ausbauen“. 

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Zugleich hatte die Stiftung für dieses Jahr angekündigt, mehr Ordnungskräfte einzusetzen. Allerdings geht das bislang nicht damit einher, dass die Stiftung vermehrt Bußgelder gegen Besucher:innen verhängt, die sich nicht an Regeln halten, wie die Sprecherin sagte. So würden Gäste bei Verstößen gegen die Parkordnung zunächst mündlich verwarnt. Die meisten Menschen kämen den Aufforderungen des Sicherheitspersonals nach, „in diesen Fällen werden keine Bußgelder gefordert“.

Stiftung kämpft mit immer mehr Müll in Parks

In den vergangenen Monaten und Jahren hatte die Stiftung eine zunehmende Vermüllung ihrer Parks beklagt. Das sorgt für Probleme: Denn die Aufgabe der Sicherheits- und Ordnungsdienstmitarbeiter und auch der Gärtner der Stiftung sei eben „nicht die Müllbeseitigung“, so die Sprecherin. 

Die dafür aufgewendete Arbeitskraft fehle bei der Erfüllung der eigentlichen Aufgaben in den Parks. Man wolle die Gäste weiter dazu anhalten, den selbst verursachten Abfall wieder mitzunehmen, hieß es. Neben dem Vandalismus hat die Stiftung bekanntlich seit Jahren auch mit den Auswirkungen des Klimawandels in den Parks zu kämpfen.

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