• Urteil nach Stoß vom Balkon: Der Tod trat nach Minuten ein

Urteil nach Stoß vom Balkon : Der Tod trat nach Minuten ein

Sieben Meter stieß er ihn in die Tiefe: In der Gerichtsverhandlung um einen 40-Jährigen, der seinen Mitbewohner in einem Wohnheim für psychisch Kranke vom Balkon stieß, ist ein Urteil gefallen.  

Symbolfoto: Robert Schlesinger/dpa

Potsdam - Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus: So lautete am Montag das Urteil am Potsdamer Landgericht. Der Fall des 40-Jährigen, der seinen 68-jährigen Mitbewohner in einem Wohnheim für psychisch Kranke in Bornstedt sieben Meter in die Tiefe gestürzt hat, findet damit ein Ende. Und der Täter bleibt in der Psychiatrie.

Der tragische Fall ereignete sich an einem Mittwoch Anfang Januar. Gegen 19 Uhr soll der 40-jährige Beschuldigte seinen 68-jährigen Mitbewohner vom Balkon im zweiten Stock des Hauses gestoßen haben. Der 68-Jährige starb. Täter und Opfer waren Patienten in der Einrichtung.

Wiederbelebungsversuche erfolglos

Zeugen hatten nach der Tat die Rettungskräfte alarmiert. Diese versuchten den 68-Jährigen noch wiederzubeleben - ohne Erfolg. Der 40-Jährige Täter wurde kurz nach dem Vorfall in der Wohnstätte festgenommen. Er soll die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen haben. 

Das Opfer starb nach wenigen Minuten 

Es handle sich für Außenstehende um eine unfassbare Tat, begründete der Vorsitzende Richter sein Urteil. Aber die Tat könne nicht verurteilt werden, weil der 40-Jährige zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen sei. Er habe dennoch ein Geständnis abgelegt, aus dem hervorging, dass er auf den 68-Jährigen zurannte, ihn hochstemmte und ihn dann mit aller Kraft über das Geländer stieß. Das Opfer versuchte sich noch festzuhalten, rutschte dann aber ab. Nach dem Aufprall war er nach wenigen Minuten tot. 

Täter hat paranoide Störungen

Der Täter, der gelernter Bäcker ist, fiel psychisch das erste Mal in der Bundeswehr auf und wurde daraufhin ausgemustert. Ihm wurde 1997 eine Paranoide Störung attestiert. Eine Behandlung mit Medikamenten zeige bis heute keinen Erfolg, hieß es am Montag vor Gericht.