"Unterwegs im Licht" 2019 : Potsdam rückt Italien ins Licht

Leuchtende Gondeln im Stadtkanal: Das größtenteils kostenlose Fest „Unterwegs im Licht“ im Januar soll die italienischen Spuren in der Stadt Potsdam hervorheben.

"Unterwegs im Licht" 2018
"Unterwegs im Licht" 2018Foto: Ronny Budweth

Potsdam - Die italienische Seite Potsdams soll ins Licht gerückt werden: Inspiration aus Venedig, Genua oder Rom soll sich das Fest „Unterwegs im Licht“ am 19. Januar holen. „Italien in Potsdam haben wir ins Zentrum gerückt, weil die Ausstellung des Museums Barberini in Kooperation mit seinem Namensvetter in Rom einer der Höhepunkte des kommenden Jahres darstellt“, erklärte Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte (BKG) bei der Vorstellung des Programms am Freitag. Von 10 bis 20 Uhr öffnen zahlreiche Museen und Institutionen in der Potsdamer Mitte an diesem Tag – zumeist kostenlos – ihre Türen, bieten Sonderführungen oder Bastelaktionen an.

Italienische Spuren in der Stadt

Ein Höhepunkt könnte die Lichtinstallation im Stadtkanal werden: Dort sollen die Illuminationen an venezianische Gondeln erinnern. Bereits im letzten Jahr hatten kleine Faltboote beim Potsdamer Lichtspektakel den trockengelegten Kanal geziert, nun wird das eines der Elemente mit italienischem Anklang sein. Zum Hauptthema werden auch Führungen angeboten, etwa ein Spaziergang auf den italienischen Spuren durch die historische Mitte oder eine Führung auf denselben durch die ständige Ausstellung des Potsdam Museums. Das Motto wird man auch bei der diesjährigen Schlössernacht wiederfinden: „Una Notte Italiana“, unter anderem mit einer venezianischen Gondel auf dem Maschinenteich.
Beim seit Jahren beliebten Familienprogramm von „Unterwegs im Licht“ können Kinder in Anlehnung an den Karneval von Venedig im Bildungsforum oder im Naturkundemuseum Masken basteln. Im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) können sich Besucher mit Kostümen der „Commedia dell’Arte“, des italienischen Maskentheaters, verkleiden und von der Potsdamer Künstlerin Heike Isenmann fotografieren lassen.

Führungen und Ausstellungen

Viele teilnehmende Museen zeigen, ohne Italien-Bezug, ihre aktuellen Ausstellungen oder gewähren einen Blick hinter die Kulissen. „Verschlossene Türen zu öffnen trifft offenbar den Zeitgeist. Wir wollen die Menschen bei ihrer natürlichen Neugierde abholen“, erklärte Sigrid Sommer, Marketingchefin der Stadt. So gibt es etwa Führungen in sonst nicht zugängliche Teile des Filmmuseums, der Nikolaikirche oder auch des Schwimmbads Blu. Die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) ist erstmals Partner der Veranstaltung. Kostenlos wird der Eintritt dort nicht, aber es werden Karten verlost. Ebenfalls integriert wird die Eisbahn am Hotel Mercure. Neu dabei ist auch die Spielbank Potsdam. Das Rechenzentrum macht dagegen nicht mit.

Eröffnet wird am Veranstaltungstag auch eine neue Ausstellung am Bauzaun rund um die ehemalige Fachhochschule. Nach der Schau zur Potsdamer Zeitgeschichte, die zum Jahresende abgebaut wird, sollen die Schautafeln sich der Wissenschaft in der Stadt zuwenden.

Lichtfestival ein großer Erfolg

„Unterwegs im Licht“ wird im Januar zum sechsten Mal stattfinden. Erstmals wurde das Fest 2012 aus Anlass des 300. Geburtstags von Friedrich dem Großen organisiert. Die Idee hatte einen historischen Hintergrund, erinnert sich Faber-Schmidt: „Wenn Friedrich II. zurück kam in die Stadt, stellten die Potsdamer Lichter in ihre Fenster.“ Nach zwei Jahren Pause wurde „Unterwegs im Licht“ wieder aufgenommen. Es ist ein Versuch, in der Nebensaison Aufmerksamkeit auf die Museen zu lenken, ein Fest für die Bürger in der „Saure-Gurken-Zeit“, so Faber-Schmidt. Mit Erfolg: 2018 kamen nach eigenen Schätzungen 16.000 Besucher. Rund 50.000 Euro kostet das Event, 35.000 steuert die Stadt aus dem Marketing-Etat bei, ihre eigenen Angebote tragen die teilnehmenden Häuser selbst.

Eine Einheit soll das Lichtkonzept schaffen, das erstmals eine beauftragte Agentur entworfen hat. Um 17 Uhr beginnt ein Laternenumzug am Naturkundemuseum, für den die Kinder am Nachmittag dort, im Filmmuseum, dem HBPG oder dem Potsdam Museum Lampions basteln können. Der Umzug endet kurz nach 18 Uhr im Kutschstallhof mit einem Auftritt der Artistokraten und der Trommler Drum-Sound. Abends folgt für die Erwachsenen ein Orgelkonzert in der Nikolaikirche und ein Filmlivekonzert im Nikolaisaal mit anschließender Party im Foyer.

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Wer sich die leuchtende Stadt oder auch die vergängliche Lücke der abgerissenen FH von oben anschauen möchte, hat mehrere Optionen: Neben dem Turm der Nikolaikirche ist auch jener des Potsdam Museums und die Dachterrasse des Bildungsforums für Besucher zugänglich.