• Unterschiedliche Arbeitsbedingungen bei Potsdamer Polizeibehörden: Kunst am Bau für die Bundespolizei, Provisorien für andere Kollegen
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Unterschiedliche Arbeitsbedingungen bei Potsdamer Polizeibehörden : Kunst am Bau für die Bundespolizei, Provisorien für andere Kollegen

Während Potsdams Polizei noch etwas länger als angekündigt auf eine bessere Arbeitsumgebung warten muss, startet für den Neubau der Bundespolizei ein durchaus kostspieliger Kunstwettbewerb.

Im Bau. Für das Bundespolizeipräsidium entsteht am Horstweg ein Neubau.
Im Bau. Für das Bundespolizeipräsidium entsteht am Horstweg ein Neubau.Foto: A. Klaer

Potsdam - Endgültig bessere Arbeitsbedingungen für die Potsdamer Polizei an ihrem maroden Innenstadt-Standort in der Henning-von-Tresckow-Straße lassen noch etwas länger auf sich warten. Das bestätigte eine Sprecherin des Landes Landesbaubetriebs (BLB) den PNN auf Anfrage. So seien zwar diverse Instandsetzungsarbeiten vor Ort wie der Umbau der Duschräume und die Herrichtung der Archivräume bereits abgeschlossen – all das bei laufendem Dienstbetrieb. Allerdings würden noch bis zum vierten Quartal 2021 in zwei Gebäudeteilen drei weitere Etagen und Räume für die Polizei renoviert. Bis zum zweiten Quartal 2022 würden ferner Containeranlagen für den Gewahrsam und Umkleideräume aufgestellt.

Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zieht sich

Allerdings sollten die Arbeiten schon gänzlich fertig sein. Rückblick: Die schlechten Bedingungen für die Ermittler bei der Polizei waren im Oktober 2018 nach einem Brandbrief der Polizeigewerkschaft publik geworden. Damals hieß es, es gebe viele Mängel am Bau, Räume seien nicht mehr nutzbar – unter anderem hatte Starkregen eine Etage unter Wasser gesetzt. Daher mussten sich viele Polizisten zu wenige Büros teilen. Man werde seit Jahren vertröstet, hatte die Gewerkschaft damals kritisiert. Das Finanzministerium des Landes hatte daraufhin erklärt, bis zum dritten Quartal 2020 sollten Sanierungsarbeiten an den Gebäuden sowie weitere Maßnahmen zur „Sicherstellung des Dienstbetriebes“ abgeschlossen sein. Die Sprecherin sagte, nach den Ankündigungen damals habe man mit dem Innenministerium und der Polizei noch neue Varianten für eine Interimslösung erarbeiten müssen.

Büroneubau in Eiche

So soll am Polizeistandort in der Kaiser-Friedrich-Straße in Eiche ab 2021 im nordwestlichen Bereich ein Bürogebäude geplant werden, hieß es vom BLB. Dieser Bau soll „zunächst dazu genutzt werden, Bestandsgebäude frei zu ziehen – um deren Instandsetzung oder bauliche Erweiterung zu ermöglichen.“ Weiterhin werde im kommenden Jahr die Planung zur Grundsanierung der dortigen Kantine starten. Hier habe es auch zeitliche Verzögerungen gegeben, da weitere Gebäudeteile „unter Denkmalschutz gestellt wurden“, so die Sprecherin. Weitere Abstimmungen würden noch zum Beispiel für die Unterbringung des Landespolizeiorchesters am Standort Eiche geführt.

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Diese Interimslösungen sollen erst vorbei sein, sobald die – bisher am Rande der Schiffbauergasse in der Garde-Husaren- Kaserne ansässigen – Bundespolizei spätestens 2024 an ihren Neubau in der Heinrich-Mann-Allee umziehen wird. „Wie geplant“, werde die Polizei dann in diesem Bau sowie eben am Standort Eiche untergebracht werden. „Die Revierpolizei wird in der Henning-von-Tresckow- Straße bleiben“, sagte die BLB-Sprecherin. An der Garde-Husaren-Kaserne hatte auch die Stadt Potsdam lange Zeit ihr Interesse formuliert, als mögliches Kreativquartier für Künstler.

390 000 Euro für einen Baukunstwettbewerb

Das im Bau befindliche Hauptquartier für die Bundespolizei am Horstweg wird unterdessen ästhetisch aufgewertet. Dafür bereitet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gerade einen Kunst- am-Bau-Wettbewerb vor, der jüngst im Amtsblatt der Europäischen Union angekündigt worden ist. Demnach soll die Baukunst 390.000 Euro kosten. Eine Bima-Sprecherin sagte den PNN dazu auf Anfrage: „In dieser Summe sind alle Herstellungs-, Material- und Transportkosten sowie sämtliche erforderlichen vorbereitenden Maßnahmen für das Kunstwerk enthalten.“

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Konkret sollen laut der Ausschreibung eines oder mehrere Kunstwerke für zwei Stellen des Neubaus konzipiert werden. Entsprechend wird das Budget geteilt: Einmal sind 260.000 Euro für das zentrale Atrium geplant, die restlichen 130.000 Euro für „Erschließungsflure in den Arbeitsbereichen“. Der Wettbewerb ist für die erste Jahreshälfte 2021 vorgesehen, im Juni soll eine Jury entscheiden.

Für das Bundespolizeipräsidium wird wie berichtet seit 2019 ein Neubau auf dem Behördengelände am Horstweg errichtet, in dem zukünftig rund 850 Beschäftigte des Präsidiums arbeiten werden, wie es in der Ausschreibung heißt. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant, der eigentliche Umzug soll nach dem Innenausbau ab Ende 2023 erfolgen. Für den Bau vorgesehen sind 71 Millionen Euro, es geht um die größte Baumaßnahme des Bundes im Land Brandenburg. Die Bima-Sprecherin sagte, der Kunstwettbewerb sei im Baubudget enthalten und auch „eine baukulturelle Verpflichtung des öffentlichen Bauherren“, hier habe man eine „Vorbildfunktion“. Laut Ausschreibung sollen die „Kunstwerke zeitgleich mit dem Abschluss der Baumaßnahmen Ende Mai 2022 fertiggestellt werden.“

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