• Unter Corona-Quarantäne: Dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen gefordert

Unter Corona-Quarantäne : Dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen gefordert

Die Flüchtlingsunterkunft in der Zeppelinstraße wurde am Dienstag  unter Quarantäne gestellt. Nun stellt sich die Frage, ob leere Hotelzimmer für eine alternative Unterbringung in Frage kommen. 

In der Unterkunft in der Zeppelinstraße wurde eine siebenköpfige Familie positiv auf Corona getestet. 
In der Unterkunft in der Zeppelinstraße wurde eine siebenköpfige Familie positiv auf Corona getestet. Foto: Peter Kneffel/dpa

Potsdam - Angesichts der Infizierung einer Familie in der Flüchtlingsunterkunft in der Zeppelinstraße mit dem Coronavirus wird die Forderung nach einer dezentralen Unterbringung laut. Der Fall zeige ein weiteres Mal, dass Gemeinschaftsunterkünfte für die dauerhafte Unterbringung völlig ungeeignet und im Moment auch offenkundig gefährlich für ihre Bewohner seien, sagte der Potsdamer Bundestagsabgeordnete Norbert Müller (Die Linke) in einer am Mittwoch versendeten Pressemitteilung. Die mit 116 Menschen belegte Unterkunft war am Dienstag unter Protest der Bewohner unter Quarantäne gestellt worden, weil eine siebenköpfige Familie positiv auf Corona getestet wurde – die Mutter arbeitet im Bergmann-Klinikum.

Durch die Quarantäne würden auf Verfügung der Stadt de facto 116 Menschen eingesperrt, so Müller. Landtagsabgeordnete Isabelle Vandre forderte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) auf zu prüfen, „ob leerstehender Wohnraum, der offenkundig Spekulationszwecken dient, und ungenutzte Hotelkapazitäten vorübergehend genutzt werden können“.

Unterbringung in Hotels?

Der Flüchtlingsrat Brandenburg forderte, Geflüchtete in Potsdamer Gemeinschaftsunterkünften in leerstehenden Hotels unterzubringen. „Potsdam sollte das prüfen“, so die Sprecherin des Rates, Lotta Schwedler.

Einen Schritt in diese Richtung hat die Stadt bereits getan: 38 Pensionszimmer mit 100 Betten stellt Potsdam Geflüchteten und Obdachlosen zusätzlich zur Verfügung. Stadtweit gibt es 21 Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünfte mit rund 1400 Bewohnern, 1800 Plätze sind es insgesamt. Anders als in vielen anderen Städten leben laut Stadt aber nur 348 von ihnen in großen Gemeinschaftsunterkünften, die meisten sind in kleineren Wohnverbünden untergebracht. 


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