• Unruhe bei Potsdamer Stadtwerken: Tochterfirmen bleiben eigenständig

Unruhe bei Potsdamer Stadtwerken : Tochterfirmen bleiben eigenständig

Bei den Potsdamer Stadtwerken ist die Zukunft mehrerer Spitzenpositionen unklar. Stadtwerke-Chef Böhme versucht in einem Schreiben an Mitarbeiter die Wogen zu glätten.

Im kommunalen Versorgungskonzern sind möglicherweise mehrere Führungspositionen neu zu besetzen.
Im kommunalen Versorgungskonzern sind möglicherweise mehrere Führungspositionen neu zu besetzen.Foto: Archiv

Potsdam - Entscheidende Tage für den kommunalen Stadtwerke-Konzern: Parallel zu Aufsichtsratssitzungen wird nach PNN-Informationen in dieser Woche eine Entscheidung erwartet, wie mit den vor drei Wochen suspendierten Managern Holger Neumann und Enrico Munder weiter verfahren wird. Den Geschäftsführern der Tochterfirmen Energie und Wasser Potsdam (EWP) und Stadtentsorgung (Step) wird laut einem Sonderprüfbericht vorgeworfen, dass sie einer nicht mehr im Stadtwerke-Verbund beschäftigten Prokuristin über Jahre hinweg Gehaltserhöhungen und Sonderzahlungen von insgesamt bis zu 400 000 Euro zugebilligt haben – ohne die zuständigen Gremien zu informieren (PNN berichteten).

In den vergangenen Wochen haben nun Juristen das Vorgehen der Manager bewertet. Allerdings sei nach der öffentlichkeitswirksamen Suspendierung kaum noch mit einem Verbleib der beiden hochdotierten Geschäftsführer im Konzern zu rechnen, wie es aus Unternehmenskreisen hieß. Verschärft hat sich die Lage noch, weil zuletzt auch der kaufmännische Geschäftsführer des Verkehrsbetriebs (ViP), Martin Grießner, erklärt hat, seinen Vertrag nicht über 2017 hinaus verlängern zu wollen. Wie es hinter vorgehaltener Hand heißt, habe er einen geplanten Umbau des Konzerns abgelehnt – demnach sei vorgesehen, dem Mutterkonzern als sogenannter Führungsholding größeren Einfluss auf die Tochterfirmen zu ermöglichen, gerade im kaufmännischen Bereich, für den Grießner zuständig ist.

Kleinere Unternehmensteile sollen gebündelt werden

In dieser Lage hat sich nun Stadtwerke-Chef Wilfried Böhme an die Belegschaft gewandt. In einem den PNN vorliegende Schreiben heißt es, die Tochterunternehmen würden ihre Eigenverantwortung behalten. Allerdings werde eine Hauptabteilung Kaufmännischer Bereich installiert, so Böhme. Laut den PNN vorliegenden Berichten aus einer internen Stadtwerke-Mitarbeiterzeitung soll die Zehn- Mann-Abteilung unter Leitung der kommunalen Bäderchefin Ute Sello für die kleineren Unternehmensteile zuständig sein – etwa den Fuhrpark oder die Stadtbeleuchtung, nicht aber für ViP und Step.

Böhme selbst zeigte sich denn auch überrascht über die Entscheidung Grießners, der noch Anfang Mai bekundet habe, weiter für den ViP arbeiten zu wollen. Er habe das unterstützt und befürwortet, auch im persönlichen Gespräch, so Böhme. Umso bedauerlicher sei Grießners Entscheidung. Dagegen hieß es hinter vorgehaltener Hand, auf Grießner und andere Geschäftsführer werde seit Monaten Druck ausgeübt. Manche im Unternehmen gingen zuletzt sogar soweit, zu spekulieren, Finanzdezernent Burkhard Exner (SPD) versuche über Mittelsmänner die Macht bei den Stadtwerken zu erlangen. Doch nach PNN-Informationen hat Exner zuletzt im nicht-öffentlichen Teil des Hauptausschusses solche Ambitionen ausdrücklich zurückgewiesen.

 

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