• Uneinigkeit bei den Gemeinden: Neubau der Synagoge in Potsdam stockt erneut

Uneinigkeit bei den Gemeinden : Neubau der Synagoge in Potsdam stockt erneut

Der Baustart der neuen Synagoge in Potsdam könnte sich verzögern. Es herrscht Uneinigkeit über den neuen Entwurf.

Der Vorschlag. So wünschen sich die Gemeinden die Synagoge.
Der Vorschlag. So wünschen sich die Gemeinden die Synagoge.Visualisierung: Jüd. Gemeinden

Potsdam - Der Bau der Potsdamer Synagoge ist erneut ins Stocken geraten. Die jüdischen Gemeinden wünschen sich Änderungen an dem jüngst von Architekt Jost Haberland vorgelegten Entwurf. Dies bestätigte der Synagogenbeauftragte der Gemeinden, Ud Joffe. Zuerst hatte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ berichtet.

"Ein besserer Mittelweg" muss her

Hintergrund ist laut Joffe der Ende September eingereichte überarbeitete Vorentwurf Haberlands. Dieser greife viele Elemente, die die jüdischen Gemeinden insbesondere für die Gestaltung der Fassade vorgeschlagen hatten, nicht auf, so Joffe. Als Beispiel nannte er etwa die sechs Fensternischen (siehe Visualisierung) am oberen Rand der Fassade, die der Architekt gar nicht berücksichtigt habe. Auch die Form der unteren Fenster, bei der sich die Gemeinden an der früheren Potsdamer Synagoge orientiert hätten, habe er anders gestaltet. Auch der Eingangsbereich sei bei Haberland deutlich kleiner als von den Gemeinden vorgeschlagen. „Wir wollen mit dem großen Eingang ganz klar unsere Offenheit zeigen“, so Joffe. Auch wenn nicht alle Ideen eins zu eins realisiert werden müssten, so sollte aus seiner Sicht doch „ein besserer Mittelweg“ gefunden werden. Aus Joffes Sicht ist es nun Aufgabe des Ministeriums, erneut an Haberland heranzutreten. Dieser habe durch einen 2009 geschlossenen Vertrag das alleinige Gestaltungsrecht – was Joffe aber anzweifelt. „Das Gebäude soll für uns ja identitätsstiftend sein.“

Über die Gestaltung der Synagoge in der Schloßstraße wird seit Jahren debattiert. 2009 entzündete sich an den ursprünglichen Haberland-Entwürfen ein Streit innerhalb der Jüdischen Gemeinde, im Juni 2011 verhängte die Landesregierung einen Baustopp. Nun standen die Zeichen eigentlich auf Versöhnung: Die jüdischen Gemeinden hatten sich untereinander geeinigt und den hier gezeigten Entwurf vorgelegt. Dieser ging daraufhin wieder zu Haberland – der nun den von Joffe kritisierten Entwurf vorlegte. Ein Baustart im Frühjahr 2020, wie er zuletzt geplant war, könnte damit wieder hinfällig werden.