• Umweltpolitik in Potsdam: Mehr Klimaschutz gefordert

Umweltpolitik in Potsdam : Mehr Klimaschutz gefordert

Der parteiunabhängige Verein Energieforum kritisiert die langfristigen Rathausplanungen für Potsdam in Sachen Klimaschutz. Ein neuer Vorschlag zum Thema kommt auch von den Linken.

Immer wieder gibt es auch in Potsdam Proteste für mehr Klimaschutz (Symbolbild)
Immer wieder gibt es auch in Potsdam Proteste für mehr Klimaschutz (Symbolbild)Foto: PNN / Ottmar Winter

Potsdam - Der parteiunabhängige Verein Energieforum Potsdam setzt sich für stärkere Klimaschutzbemühungen in der Landeshauptstadt ein. So müssten im neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Insek), das im Rathaus gerade erstellt wird, Themen wie der Ausbau erneuerbarer Energien oder die Klimafolgenanpassung viel stärker berücksichtigt werden, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme des Vereins. 

So würden im Insek-Entwurf weder konkrete Klimaschutzziele verankert, noch sei eine Strategie zum Umgang mit dieser Herausforderung ersichtlich, heißt es in der Erklärung. Das Insek soll bekanntlich die Handlungsschwerpunkte der Stadt bis 2035 bestimmen. Eigentlich sollen die Stadtverordneten noch dieses Jahr diese Leitplanken beschließen.

Konkret schlägt der Verein einen „strategischen Ansatz zur Senkung des Energieverbrauches im Gebäudebestand“ vor, ferner müsse das Rathaus noch mehr die Potenziale für erneuerbare Energien in Potsdam ermitteln – zum Beispiel für Solar- oder Geothermie. 

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Millionenlöcher belasten Potsdam

Die Mitglieder des 2007 gegründeten Energieforums kommen nach eigenen Angaben aus Behörden, der Wissenschaft, der Wirtschaft und anderen Institutionen. Sie verstehen sich als Dialogpartner für mehr Klimaschutz, auch für die Stadtverordneten.

Der Verein verweist unter anderem auch auf das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass die Politik mehr in Sachen Klimaschutz unternehmen müsse. Gleichwohl muss im Zuge der Coronakrise auch die Stadt Potsdam mit erheblichen Millionenlöchern in ihrem Haushalt kämpfen – was das für die Umweltpolitik der rot-grün-roten Rathauskooperation bedeutet, ist noch ungewiss. Diese hatte unter anderem ein erhebliches Klimaschutzbudget für den städtischen Haushalt angekündigt, aber auch den Rückkauf von privatisierten Teilen der Stadtwerke angestrebt.

Linke: Dächer begrünen

Eine weitere Initiative in Sachen Klimaschutz plant derweil die Linke-Fraktion. Deren Stadtverordneter Sascha Krämer kündigte einen Antrag an, dass bei allen kommunalen Neubauvorhaben wie etwa Schulen, eine Fassaden- oder Dachbegrünung am Gebäude vorzusehen sei. Diese Verpflichtung gebe es zum Beispiel schon in der Stadt Dresden. Die Stadtverwaltung setzt hier hingegen auf freiwillige Lösungen, wie sie zuletzt auf Anfrage von Krämer deutlich gemacht hat. 


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