• Angergrund: Veränderungssperre beschlossen

Umkämpfte Kleingartensparte : Angergrund: Veränderungssperre beschlossen

Für den Angergrund ist eine Veränderungssperre beschlossen worden. Doch bis sie in Kraft tritt, muss noch eine Voraussetzung erfüllt werden. 

Ein Bild der Zerstörung bietet sich in der Klaingartensparte Angergrund mittlerweile. 
Ein Bild der Zerstörung bietet sich in der Klaingartensparte Angergrund mittlerweile. Foto: privat

Potsdam - Für die umkämpfte Kleingartenanlage Angergrund ist am Mittwochabend eine Veränderungssperre beschlossen worden.  Mit breiter Mehrheit stimmten die Stadtverordneten für die Vorlage der Stadtverwaltung. In Kraft trifft sie aber erst, wenn das Amtsblatt veröffentlicht wird, so der Baubeigeordnete Bernd Rubelt (parteilos). Dies werde schnellstmöglich geschehen. Ein konkretes Datum nannte er aber nicht. 

Um den Angergrund wird wie berichtet heftig gerungen. Die Berliner Immobilienfirma Tamax hat die Fläche zwischen Dieselstraße und Nutheschnellstraße 2014 von einem privaten Vorbesitzer gekauft und will dort ein Neubauquartier mit 300 bis 400 Wohnungen errichten. 

Die Tamax lässt seit einigen Tagen Lauben und Pflanzen zerstören

Die Stadtpolitik möchte dies verhindern und die Kleingartenanlage retten, deshalb wurde bereits im Dezember die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Dieser soll festlegen, dass die Nutzung als Kleingartenanlage dauerhaft planungsrechtlich festgeschrieben ist. Da dies aber einige Monate dauert – Betroffene müssen beteiligt, Interessen abgewogen werden – wurde nun die Veränderungssperre verhängt.

Beschädigte Lauben, entfernte Pflanzen - die Abrissarbeiter haben ganze Arbeit geleistet.
Beschädigte Lauben, entfernte Pflanzen - die Abrissarbeiter haben ganze Arbeit geleistet.Foto: privat

Allerdings hat die Tamax offenbar das Ziel, noch vor Inkrafttreten der Veränderungssperre Fakten zu schaffen und die Kleingartenanlage weitgehend zu zerstören. Seit einigen Tagen sind dort Abrissarbeiter mit Brecheisen und Bagger zugange. Sie schlagen Fenster und Türen aus, hebeln Zäune um und entfernen Pflanzen. 

Tamax sieht sich als Eigentümerin der Fläche im Recht. Sie wirft der Stadt vor, durch die Veränderungssperre Öl ins Feuer zu gießen.