Potsdam : Uferweg auf Hermannswerder geplant

Stadt rechnet mit 500 000 Euro Kosten ab 2015 / Hoffbauerstiftung will Grundstücke zur Verfügung stellen

Idylle am Wasser: Für 500 000 Euro will die Stadt rund um die Halbinsel Hermannswerder einen Uferweg anlegen – den Planungen nach aber erst ab 2015. Einen Vorentwurf gibt es schon. Details der Planungen sind öffentlich noch nicht bekannt. Die Grundstücke auf Hermannswerder haben in den vergangenen Jahren enorm an Wert gewonnen.Alle Bilder anzeigen
Foto: Lutz Hannemann
11.09.2012 22:45Idylle am Wasser: Für 500 000 Euro will die Stadt rund um die Halbinsel Hermannswerder einen Uferweg anlegen – den Planungen nach...

Hermannswerder - Rund um die idyllische Halbinsel Hermannswerder soll ein Uferweg entstehen. Das bestätigte Stadtsprecherin Regina Thielemann den PNN am Dienstag auf Anfrage. Mit dem Bau des Uferweges könne aber frühestens 2015 begonnen werden, wenn die dafür nötigen finanziellen Mittel im Haushalt eingestellt worden seien.

Der Geschäftsbereich Stadtentwicklung und Bauen gehe dabei von rund 500 000 Euro Kosten aus, so die Sprecherin weiter. Derzeit liege ein Vorentwurf für den Bau des Weges vor, den das Landschaftsarchitekturbüro „Zplus“ aus Berlin erstellt habe. Die Pläne für den Weg sind laut Thielemann zusammen mit der evangelischen Hoffbauerstiftung abgestimmt, der rund 33 Hektar im Südosten der Halbinsel gehören und die dort etwa ein Alten- und Pflegeheim betreibt und Platz für Behindertenwerkstätten bietet.

Ein Ziel bei den Plänen für den Uferweg sei es, ihn möglichst rollstuhltauglich zu gestalten. Das sagte Frank Hohn, der Vorstandschef der Hoffbauer-Stiftung, auf Anfrage. Eine Herausforderung sei es, das Projekt mit dem für viele Uferflächen von Hermannswerder geltenden Bedingungen eines Landschaftsschutzgebietes (LSG) und eines Flora-Fauna-Habitats (FFH) in Übereinstimmung zu bringen, hieß es. Hohn sagte, für den Weg stelle die Stiftung ihre Grundstücke „gern zur Verfügung“. Weitere Details der Planungen sind bisher unklar. Ein direkter Rundweg um Hermannswerder könnte vor allem im nordöstlichen Areal der Halbinsel für Konflikte sorgen, da dieser Teil von Villen und Einfamilienhäusern dominiert wird, die zum Teil direkt am Wasser liegen.

Die Pläne betreffen ein Areal, das parallel zum Wachstum der Stadt in den vergangenen Jahren eine enorme Wertsteigerung erfahren hat. Zugleich gibt es auf der Halbinsel noch unentwickelte Bereiche – und auch ein bislang unvollendetes Bauprojekt. Dieses betrifft 36 Reihenhäuser, die bereits seit rund zehn Jahren an der Fährwiese in der Mitte der Halbinsel entstehen sollten. Laut Hohn dafür zuständig sei die Grundstücksgesellschaft Hoffbauer-Specker mbH gewesen, an der die Stiftung zusammen mit der früheren Berliner Specker Bauten AG beteiligt gewesen sei. Wegen Vermarktungsproblemen seien aber 16 Häuser noch nicht errichtet und auch noch nicht alle vereinbarten Maßnahmen im Umfeld beendet worden, räumte Hohn ein. Nach gerichtlichen Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren werde nun ein neuer Investor gesucht, der das Projekt zu Ende führe. Angesichts der Lage auf dem Potsdamer Wohnungsmarkt sei er aber zuversichtlich, „dass wir jemanden finden.“

Die Hoffbauerstiftung selbst verfügt beispielsweise noch über zwei freie Baufelder am Campus ihres evangelischen Gymnasiums. Für diese Flächen bestünden einige Ideen, sie auch für schulische Zwecke zu nutzen, sagte Hohn. Die Hoffbauerstiftung gehört wie berichtet zu zehn Schulträgern, die gegen die Kürzungen der rot-roten Landesregierung bei den Freien Schulen vor das Landesverfassungsgericht gezogen sind. Details zu den Plänen auf ihrem Schulgelände nannte Hohn daher noch nicht.

Ein weiteres freies Areal der Stiftung befindet sich auf der Südspitze der Halbinsel. Laut einem von den Stadtverordneten im vergangenen November abgesegneten Vertrag zwischen Potsdam und Stiftung soll an dieser Stelle ein Neubaukomplex für Forschung, Bildung und Wissenschaft entstehen. Bereits in der Nähe befindet sich der Biotech Campus der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Konkrete Planungen gebe es aber noch nicht, so Stiftungschef Hohn.