• Potsdam: Turnhalle an der Kurfürstenstraße wird nicht barrierefrei

Turnhalle wird nicht barrierefrei : Behinderte können nur zuschauen

Die Sanierung der historischen Sporthalle an der Kurfürstenstraße in Potsdam geht voran. Im Herbst 2021 soll sie wieder öffnen - aber nicht barrierefrei.

Die historische Sporthalle an der Kurfürstenstrasse.
Die historische Sporthalle an der Kurfürstenstrasse.Foto: PNN / Ottmar Winter

Potsdam - Die Stadt treibt den Umbau und die Sanierung der historischen Sporthalle in der Kurfürstenstraße 49 voran. Allerdings wird dort keine barrierefreie Sportnutzung möglich sein, was man „in Abstimmung“ mit dem Potsdamer Behindertenbeauftragten Christoph Richter so entschieden habe, heißt es in der jetzt veröffentlichen Ausschreibung für das Projekt, mit der nun ein Gebäudeplaner gesucht wird.

In der vom Kommunalen Immobilienservice (Kis) durchgeführten Ausschreibung wird das geplante Fehlen der Barrierefreiheit für behinderte Sportler mit „baulichen Gegebenheiten des denkmalgeschützten Gebäudes“ begründet. Zudem sei nebenan bereits eine schon seit Ende 2016 barrierefrei errichtete Sporthalle vorhanden. „Es soll jedoch Menschen mit Behinderung zumindest als Besucher ermöglicht werden, in die Hauptebene der historischen Sporthalle zu gelangen und sich dort aufzuhalten“, heißt es weiter. Dabei hatten die Stadtverordneten sich erst vergangenes Jahr auf Antrag der Grünen für den weiteren Ausbau barrierefreier Sportstätten ausgesprochen.

Die Halle soll ab Oktober 2021 öffnen und für die Schüler der neuen zweizügigen Grundschule in der Gutenbergstraße 67 zur Verfügung stehen. Diese wird auch saniert, allerdings sind die Räumlichkeiten nicht groß genug, wie der Kis bereits eingeräumte. So müssen Klassenräume wie berichtet auch für den Hort genutzt werden.

Nun also noch eine Halle, in der Behinderte nur zuschauen können. Wie berichtet soll diese auch für den Vereinssport genutzt werden. Neben den Umbauarbeiten seien im Hofbereich zwei Erweiterungsbauten für Geräteräume erforderlich, so der Kis – das städtische Denkmalamt habe bereits „Kompromissbereitschaft zugunsten funktionaler Lösungen signalisiert“.

Laut der Ausschreibung wird von Kosten über 4,3 Millionen Euro für die Sanierung ausgegangen – vor einigen Jahren hatte die Stadt die um 1910 errichtete Halle noch verkaufen wollen. Die nun ins Auge gefasste Sanierung ist dringend notwendig: Schon vor zehn Jahren war bei Untersuchungen unter anderem vor einem Einsturz einzelner Deckenstücke gewarnt worden.

Verwiesen wird in der Ausschreibung auch auf eine weitere Schwierigkeit für die Bauarbeiten: „Die innerstädtische Lage an einer stark frequentierten Hauptstraße und das kleine Grundstück mit einer verhältnismäßig großen bebauten Fläche stellen besondere Anforderungen an die Baustellenlogistik“.