• Trotz Wunsch aus Groß Glienicke: Potsdams Rathaus lehnt Notrufsäule für Badestelle ab

Trotz Wunsch aus Groß Glienicke : Potsdams Rathaus lehnt Notrufsäule für Badestelle ab

Der Ortsbeirat von Groß Glienicke wollte eine Notrufsäule für die dortige Badewiese. Die Stadtverwaltung lehnt das ab - so ein System sei unnötig. Lebensretter aus Falkensee sehen das anders.

Ohne Notrufsäule. Die Badestelle in Groß Glienicke sollte ein Notrufsystem bekommen, das Rathaus lehnt ab.
Ohne Notrufsäule. Die Badestelle in Groß Glienicke sollte ein Notrufsystem bekommen, das Rathaus lehnt ab.Foto: Jürgen Mundt

Potsdam - Eine vom Groß Glienicker Ortsbeirat geforderte Notrufsäule an der dortigen Badewiese ist aus Sicht des städtischen Grünflächenamts unnötig. Das hat die Behörde jetzt dem Gremium mitgeteilt. So würden die Regionalleitstellen der Feuerwehr heute über ein so modernes Ortungssystem verfügen, dass so der Standort eines per Handy anrufenden Hilfesuchenden lokalisiert werden könne. So eine Säule könne sogar die Ersthilfemaßnahmen vor Ort behindern – denn wer diese benutzt, könne eben nicht gleichzeitig eine angeleitete Reanimation bei einem beispielsweise verunglückten Schwimmer durchführen, hieß es.

Im Mai hat der Ortsbeirat so eine Notrufsäule beschlossen

Im Mai hatte der Ortsbeirat die „möglichst zeitnahe Aufstellung“ einer solchen Notrufsäule an der Badewiese beschlossen. Verwiesen wurde auf ein Exemplar, dass bereits in der Stadt Falkensee (Havelland) stehe. Dort hatte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) eine Säule vor wenigen Monaten zusammen mit der Björn Steiger Stiftung aufgestellt, letztere setzt sich seit Jahren für bessere Notfallhilfesysteme ein. Die Organisatoren sehen solche Systeme im Gegensatz zur Stadt Potsdam als notwendig an. „Denn wer im Sommer am Strand oder Badesee liegt, hat aus Angst vor Diebstahl häufig kein Mobiltelefon dabei. Wenn dann ein Notfall eintritt und schnell Hilfe gerufen werden muss, können Notrufsäulen zum Lebensretter werden“, so die DLRG Ortsgruppe Falkensee. Wenn ein Notfall eintrete, könne per Knopfdruck direkt ein Notruf an die Regionalleitstelle in Potsdam abgesetzt werden. Da die Notrufsäulen mit Solarenergie betrieben werden, könne auf Erdkabel verzichtet werden, hieß es weiter.

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Die Stadtverwaltung argumentiert hingegen auch mit einer Einschätzung der Feuerwehr, dass man einen „nicht geringen Teil von Notrufmissbräuchen“ fürchte. So eine Säule an inoffiziellen Badestränden würde zu Missbräuchen geradezu verleiten, betonte die Behörde in dem Schreiben an den Ortsbeirat. Für die Säule hatte sich insbesondere der Stadtverordnete Andreas Menzel (Freie Wähler) stark gemacht.

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