• Trockenheit: Stadt sieht keine Brandgefahr durch Feuerwerke

Trockenheit : Stadt sieht keine Brandgefahr durch Feuerwerke

Zwölf Waldbrände hat es in der Stadt Potsdam im letzten Jahr gegeben - Feuerwerk sei aber nicht der Auslöser gewesen, heißt es zu einer Anfrage der Fraktion Die Andere.

Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Ungeachtet der Trockenheit stellen private oder öffentliche Feuerwerke bislang in Potsdam keine Gefahr für die Sicherheit dar. Zu dieser Einschätzung gelangt die Stadtverwaltung in einer Antwort auf eine entsprechende Anfrage der Fraktion Die Andere.

Im vergangenen Jahr habe es im Stadtgebiet insgesamt zwölf Waldbrände gegeben, bei den meisten davon habe es sich um Bodenfeuer gehandelt, schreibt das Rathaus. In keinem dieser Fälle sei die Ursache ein Feuerwerk gewesen, heißt es. Grundsätzlich dürften Privatpersonen ab einer Waldbrandwarnstufe vier in Potsdam kein Feuerwerk mehr zünden. Ab Stufe drei muss ein Sicherheitsradius von acht Metern zuvor gewässert werden. Professionelle Pyrotechniker entschieden hingegen in Abstimmung mit der Feuerwehr „aufgrund ihrer Fachkenntnis“ eigenständig darüber, ob ein Feuerwerk stattfindet, so das Rathaus. So ist es in diesem Jahr auch bei der Feuerwerkersinfonie gehandhabt worden.

Wie oft Feuerwehr wegen Feuerwerk ausrücken musste, ist unklar

Die Frage, ob und in wie vielen Fällen die Feuerwehr in den vergangenen fünf Jahren wegen Bränden ausrücken musste, die von Feuerwerken verursacht wurden, kann das Rathaus nicht beantworten. Eine solche Statistik werde in der Behörde nicht erhoben, erklärte die Stadt. Zudem sei die Brandursachenermittlung Sache der Polizei. Man habe allerdings keine Kenntnis, dass ein Feuer durch ein genehmigtes Feuerwerk entstanden sei, erklärte das Rathaus. Auch zu Personen- oder Sachschäden im Zusammenhang mit Feuerwerken führe die Feuerwehr keine Statistik, hieß es. Allerdings gebe es jedes Jahr vor allem in der Silvesternacht „eine Häufung von Rettungsdiensteinsätzen durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern“. Dabei seien „häufig traumatische Verletzungen im Hand- und Kopfbereich“ zu verzeichnen.

Stadt sei bei Feuerwerken sehr großzügig

In den vergangenen Jahren hätten sich die Beschwerden von Bürgern über private, nicht selten unangekündigte Feuerwerke gehäuft, kritisierte Die Andere. Vor allem für ältere Menschen, Kinder und Haustiere stellten diese Aktionen eine erhebliche Belastung dar. Im Gegensatz zu Open-Air-Kinovorführungen oder -Konzerten scheine die Stadt bei Feuerwerken „sehr großzügig“ zu verfahren, so Die Andere.

Das Rathaus räumte ein, dass es vor allem bei illegalen Feuerwerken sehr schwierig sei, den genauen Ort oder die Verantwortlichen zu ermitteln, weil die Aktion oft nur einige Minuten dauerten. Generell müssten Feuerwerke um 22 Uhr, im Sommer um 22.30 Uhr beendet sein und Anwohner vorab informiert werden. 2017 seien 27 und 2018 insgesamt 26 Feuerwerke genehmigt worden.