• Tierschützer protestieren: Neue Hürde für Potsdamer Tierheim

Tierschützer protestieren : Neue Hürde für Potsdamer Tierheim

Überraschend meldet der Tierschutzverein neue bürokratische Hürden rund um die Tierheim-Eröffnung. Es geht um die Zufahrt zur Anlage. Die Stadtverwaltung kündigt Gespräche an.

Jeder Raum hat einen Auslauf für die Tiere, der mit einer Klappe geschlossen werden kann.
Jeder Raum hat einen Auslauf für die Tiere, der mit einer Klappe geschlossen werden kann.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam - Eigentlich sollte das neue Potsdamer Tierheim an der Michendorfer Chaussee schon vor einigen Wochen eröffnen. Doch jetzt blockiert plötzlich die Bauaufsicht im Rathaus das Vorhaben, wie es der Tierschutzverein als Betreiber in einer aktuellen Erklärung darstellt. Die Stadtverwaltung hat bereits reagiert - und will mit dem Verein eine "gemeinsame Lösung" suchen, wie eine Sprecherin auf PNN-Anfrage sagte.
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Was ist passiert? "Hintergrund für die neuerlichen bürokratischen Hürden ist nunmehr die Auseinandersetzung über die Forststraße als Zufahrt zu unserem Tierheim", so der Verein in seinem Schreiben. So habe die Bauaufsicht der Stadt einen Nachtrag für die Gewährung eines Geh- und Fahrrechts auf diesem Weg gefordert, an dem folgende Fachbehörden zu beteiligen seien: Die Gemeinde Michendorf, die Forstbehörde, das Potsdamer Planungsamt, die Straßenverkehrsbehörde und auch die Feuerwehr. Nötig sei ein weiterer Antrag in sechsfacher Ausführung, so die Behörde. Dabei sei im Grundbuch des Forstbetriebes längst ein Geh- und Fahrrecht eingetragen, schreibt TSV-Chef Günter Hein. Auch sei schon ein Brandschutznachweis erbracht. Und die Zufahrt selbst bestehe schon seit DDR-Zeiten. "Die neuerlichen bürokratischen Felssteine" hätten zur Resignation beim Verein geführt, so Hein. 

Rathaus kündigt Gespräche an

Stadtsprecherin Christine Homann sagte dazu auf PNN-Anfrage, die Verwaltung wolle die Errichtung eines  Tierheims vor Ort weiter "intensiv begleiten und unterstützen". Man wolle mit dem Verein kurzfristig ein Gespräch führen, in dem das weitere Vorgehen besprochen werde. Ziel sei die "möglichst schnelle und zugleich den rechtlichen Erfordernissen entsprechende Aufnahme der Nutzung" des Tierheims. Der TSV hatte über Jahre um das neue Tierheim gerungen, eigentlich sollte es bereits vergangenen Monat öffnen. Weil es bisher in Potsdam kein Tierheim gab, muss das Ordnungsamt sogenannte Fund- und Verwahrtiere schon seit Jahren nach Zossen fahren. 

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