• Tierheim in Potsdam: Ausschreibung für neue Fundtierbetreuung

Tierheim in Potsdam : Ausschreibung für neue Fundtierbetreuung

Das Ringen um ein Tierheim für Potsdam geht in die nächste Runde. Am heutigen Mittwoch will die Sozialverwaltung die Stadtverordneten im Hauptausschuss informieren, dass nun mit einer europaweiten Ausschreibung ein neuer Anbieter für die Betreuung herrenloser Tiere gefunden werden soll. Laut Rathausvorlage können sich Bewerber bei der Stadt melden, im September soll der Zuschlag erteilt werden. Die Fundtierbetreuung ist eine kommunale Pflichtaufgabe.

Vertragsbeginn wäre Anfang kommenden Jahres, die Laufzeit beträgt drei Jahre mit der Verlängerungsoption um weitere zwölf Monate. Bis zu seiner Pleite im vergangenen Jahr hatte das Pfötchenhotel in Beelitz die Aufgabe der sogenannten Fund- und Verwahrtierbetreuung übernommen (PNN berichteten). Danach hatte die Stadt einen bis Ende des Jahres befristeten Vertrag mit einem Tierheim im 50 Kilometer entfernten Zossen beschlossen. Bemerkenswert: Für die Dienstleistung dort zahlt die Stadt nach PNN-Informationen 84 000 Euro pro Jahr. Für das rund 25 Kilometer entfernte Beelitz waren es 113 000 Euro. Die geschätzte jährliche Auftragssumme für den neuen Betreiber, den die Stadt finden will, liegt laut der Vorlage des Sozialdezernats bei 150 000 Euro pro Jahr.

Immer noch Gespräche über die Zukunft des Tierheims

Seit Ende 2007 gibt es in Potsdam kein Tierheim mehr, mehrere Versuche für eine neue Einrichtung waren gescheitert. Derzeit versucht es der Potsdamer Tierschutzverein erneut und hat von der Stadt das sogenannte Sago-Gelände bei Wilhelmshorst gekauft. Wie berichtet hatte die Kommunalaufsicht an der Vergabe des Grundstücks an den Tierschutzverein erhebliche Bedenken angemeldet. Die Gespräche, wie sich dieses Problem lösen lässt, dauern an, bestätigte ein Stadtsprecher den PNN.

Auch vor diesem Hintergrund blieb am Dienstag offen, ob sich der TSV an der nun angekündigten neuen Ausschreibung für die Betreuung der Fundtiere beteiligt. Der Verein bereitet derzeit – ungeachtet der unklaren Situation – bereits mit ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen den Bau seines Tierheims vor. Vorgesehen sind unter anderem je acht Hunde- und Katzenzimmer mit Futter- und Waschräumen samt Freilandgehegen, dazu will man mit Schulen und Altenheimen zusammenarbeiten.