• Technikboom und Sanierungen: Wie es um Potsdams Schulbaustellen steht

Technikboom und Sanierungen : Wie es um Potsdams Schulbaustellen steht

Die Erweiterung der Sportschule und das Gymnasium im Norden werden teurer. Und: Es gibt einen Ersatzort für die Weidenhof-Schule - sowie Tausende iPads mehr für Schüler.

Jugendliche auf dem Weg in die Schule. (Symbolbild).
Jugendliche auf dem Weg in die Schule. (Symbolbild).Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Mehrkosten für die Sanierung der Elite-Sportschule und das neue Gymnasium im Norden, aber auch eine mögliche Zwischenlösung für die Baustellenzeit an der Weidenhof-Grundschule, dazu Hunderte neue Laptops für Schüler: Die Stadtverordneten im Bildungsausschuss erfuhren am Dienstagabend vielerlei Nachrichten zur Potsdamer Schullandschaft. Die PNN geben einen Überblick über die wichtigsten Botschaften.

Deutlich mehr Tablets an Schulen

Die Zahl der Tablets, die an Potsdamer Schulen zur Verfügung stehen, ist seit vergangenem September deutlich gestiegen. Damals gab es knapp 5000 solcher Geräte – seither sind rund 2500 dazu gekommen. Das berichtete der für Digitalisierung zuständige Fachbereichsleiter Thomas Morgenstern-Jehia im Ausschuss. Bis Mitte des Jahres würden 3000 weitere Geräte erwartet. Das Geld dafür stammt größtenteils aus Förderprogrammen zur Schuldigitalisierung. Es geht um mehr als 3,5 Millionen Euro – wovon die Stadt 180 000 Euro Eigenmittel zahlt.

Allerdings seien damit auch zusätzliche Unterstützungsbedarfe verbunden gewesen, gerade auch beim Einrichten der Geräte, machte Morgenstern-Jehia deutlich. So habe es im vergangenen September 18 offene Anfragen von Schulen gegeben, aktuell seien es 127. Es habe in seinem Bereich aber auch zugespitzte Personalprobleme gegeben, etwa wegen einer Langzeiterkrankung, so Morgenstern-Jehia. Doch soll nun der IT-Support für die Schulen an einen externen Dienstleister vergeben werden. Viele Schulen empfinden die Arbeitsweise des IT-Supports als zu behäbig, was in den vergangenen Jahren mehrfach für harsche Kritik gesorgt hatte. Nach einer Ausschreibung könne die Vergabe vermutlich im September geschehen, zeigte sich der Digitalisierungsmann zuversichtlich, „eine sukzessive Verbesserung des nicht zufriedenstellenden Zustands“ erreichen zu können.

Thomas Morgenstern-Jehia, der IT-Fachmann im Rathaus
Thomas Morgenstern-Jehia, der IT-Fachmann im RathausFoto: Ottmar Winter

Lieferprobleme gebe es ferner bei Präsentationsgeräten wie Beamern oder interaktiven Tafeln, hieß es. Auch Hunderte iPads waren wie berichtet viele Monate zu spät angekommen. Im zweiten Corona-Lockdown hatte die Stadtverwaltung daher für Kinder aus finanziell schwächer gestellten Familien daher kurzfristig Hunderte Rechner anmieten müssen.

Ersatz und Mehrkosten für Sportschule

Für die geplante Erweiterung und Sanierung der Elite-Sportschule am kommunalen Luftschiffhafen sind schon jetzt erhebliche Mehrkosten absehbar. So habe sich bei der Abstimmung des Raumprogramms ergeben, dass der Platzbedarf rund 1100 Quadratmeter größer sei als gedacht. „Das bringt erhebliche Kostensteigerungen mit sich“, sagte Potsdams Fachbereichsleiterin für Bildung, Annegret Lauffer. 

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Bisher hatte die städtische Bauholding Pro Potsdam rund 20 Millionen Euro Kosten veranschlagt. Gelöst ist aber ein anderes Problem: So war vor zwei Monaten noch unklar, was mit den mehr als 600 Schüler:innen passiert, wenn die Einrichtung erweitert wird. Hier sei nun ein Ersatzstandort im Bereich der nahegelegenen Pirschheide gefunden, wohin der Schulbetrieb für die Bauzeit verlagert werde. Genaueres konnte Lauffer, seit nun einem halben Jahr im Amt, mangels genauer Ortskenntnis noch nicht sagen.

200 000 Euro mehr für neues Gymnasium

Der im Sommer vorgesehene Start für das neue Gymnasium im Potsdamer Norden wird teurer als erwartet. Die Direktorin der Schule habe eine komplette Neuausstattung der nötigen Unterrichtsräume gefordert – für knapp 198 000 Euro, die nirgends eingeplant waren, berichtete Lauffer. Dies habe man nun durch interne Umschichtungen gelöst, sagte sie. Die Räumlichkeiten würden in den kommenden beiden Jahren neu ausgestattet, hieß es. Einen Neubau soll die Schule bekanntlich bis 2027 erhalten – und zwar am Standort Pappelallee/ Reiherweg.

Zunächst zieht das neue Gymnasium zum Oberstufenzentrum I. 
Zunächst zieht das neue Gymnasium zum Oberstufenzentrum I. Foto: Andreas Klaer

Sporthalle für Schule am Schloss

Positive Nachrichten gibt es für die Gesamtschule „Am Schloss“, die ab 2027 nach Krampnitz ziehen soll. Für den Schulsport am aktuellen Übergangsstandort an der Esplanade zeichnet sich nun eine Lösung ab. Demnach könnte eine Turnhalle in Leichtbauweise wohl südlich der Biosphäre errichtet werden, erklärte der Chef des kommunalen Immobilienservice (Kis), Bernd Richter. Die Halle könnte dann ausgeschrieben und im nächsten Schuljahr errichtet werden.

Ersatzstandort für Weidenhof-Schule

Gute Nachrichten auch für die Eltern der Weidenhof-Grundschule, die sich für einen Interimsstandort während der angekündigten Sanierung des Gebäudes stark gemacht haben: Während dieser Arbeiten und auch für die Bauzeit des nahen Sportforums am Schlaatz soll die Schule weitgehend ausgelagert werden auf das frühere Rewe-Gelände am Bisamkiez. Dort müsse man nun prüfen, wo Unterrichtscontainer aufgestellt werden können, sagte die städtische Behördenleiterin Lauffer.

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