• Studi-Café der Universität Potsdam: Konflikt um 44 Quadratmeter

Studi-Café der Universität Potsdam : Konflikt um 44 Quadratmeter

Lernzone im Café oder nicht? Der Uni-Senat spricht sich dagegen aus. Doch Uni-Präsident Oliver Günther will der Empfehlung nicht folgen. Studierende kritisieren das.

Der ehemalige Buchladen "Havelbuch" auf dem Potsdamer Universitätsgelände soll Studi-Café werden.
Der ehemalige Buchladen "Havelbuch" auf dem Potsdamer Universitätsgelände soll Studi-Café werden.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Der Streit um das Studierenden-Café am Neuen Palais geht in die nächste Runde: Entgegen der Empfehlung des Senats der Universität Potsdam hält Uni-Präsident Oliver Günther an seinen Plänen fest, das 44 Quadratmeter große Lager der ehemaligen Buchhandlung am Campus in zwei Räume aufzuteilen. In einem könne eine stille Selbstlernzone eingerichtet werden, im anderen ein Studi-Café.

Dagegen wehrt sich wie berichtet die Arbeitsgemeinschaft Freiraum, die für das Studi-Café das ganze Lager nutzen will. Zwei kleine Räume mit je rund 20 Quadratmetern seien insgesamt unattraktiv. 

Es geht um 44 Quadratmeter

Der Senat hatte im Dezember einem Vorschlag der AG zugestimmt und empfohlen, die Mauer auf Kosten der Studierendenschaft einzureißen. Dieser Empfehlung wollte Günther jedoch nicht folgen und begründete dies zum einen mit zu hohen Kosten und zum anderen damit, dass die Mauer „teilweise tragend“ sei, wie es in einer Pressemitteilung der AG Freiraum heißt. Eine Statikprüfung gab es allerdings nicht, denn: „Dies würde weitere Kosten erzeugen“, so die Uni-Leitung. 

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Potsdamer Uni-Präsident Oliver Günther.
Potsdamer Uni-Präsident Oliver Günther.Foto: Ottmar Winter

Die AG wirft Günther Willkür und Verzögerungstaktik vor: „Entscheidungen über die Wirtschaftlichkeit können nicht einfach aus einem Bauchgefühl heraus getroffen werden, je nachdem ob es dem Präsidenten gerade in den Kram passt oder nicht, sondern erfordern empirische Belege“, sagt Vivien Pejic von der AG Freiraum, die als Studierendenvertreterin im Senat sitzt.

Anzeigen gegen Studierende nicht zurückgezogen

Kritisiert wird ebenfalls, dass die Uni die Anzeigen gegen die Studierenden, die am 17. November vergangenen Jahres die Baustelle aus Protest besetzt hatten, noch immer nicht zurückgezogen habe: „Dies ist eine vollkommen überzogene Reaktion auf die aktivistische Verdeutlichung studentischer und campuspolitischer Notwendigkeiten, die seit Jahren ignoriert werden“, so der Allgemeine Studierendenausschuss der Uni Potsdam. Unterdessen laufen die Bauarbeiten an der früheren Buchhandlung unverändert weiter, im Frühjahr sollen sie abgeschlossen sein. 

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