• Streit um verbilligte Künstler-Miete Ortsbeiratsmitglied gegen „verdeckte Subvention“

Potsdam : Streit um verbilligte Künstler-Miete Ortsbeiratsmitglied gegen „verdeckte Subvention“

Groß Glienicke - Der umtriebige frühere Grünen-Stadtverordnete Andreas Menzel macht wieder von sich reden – und wehrt sich gegen den Werksleiter des Kommunalen Immobilienservice (KIS), Bernd Richter. „Ich verwahre mich gegen dessen Instrumentalisierungsversuche“, sagte Menzel am Freitag den PNN.

Was ist passiert? Richter hatte am Mittwochabend im Hauptausschuss ausgeführt, dass die Künstler im neuen Atelierhaus Panzerhalle in der Seeburger Chaussee künftig höhere Mieten zahlen müssen. Der Grund laut Richter: Der Groß Glienicker Menzel – er sitzt jetzt für eine eigene Wählergruppe im Ortsbeirat – habe bei der Kommunalaufsicht nachgefragt, ob es Aufgabe des KIS sei, den Künstlern verbilligt nur rund drei Euro pro Quadratmeter Miete zuzugestehen. Daraufhin habe die Landesbehörde von der Stadt gefordert, diese Bevorzugung zu beenden. Das habe man zusagen müssen, sagte Richter.

Die Künstler seien darüber verständlicherweise nicht begeistert. „Wir prüfen nun, wie man mit der Situation umgeht“, sagte Richter. Marktüblich an dem besagten Standort in Groß Glienicke seien Mieten von rund fünf Euro pro Quadratmeter.

Menzel, der in der Sitzung nicht anwesend war, sagte den PNN, Fragende so vorzuführen sei unfair und solle wohl vor eigener Verantwortung der Rathausspitze ablenken. Bezuschussungswürdige Einrichtungen wie etwa für Künstler sollten aus seiner Sicht natürlich transparent Zuschüsse erhalten. „Die bisherige Praxis ist aber eine versteckte Subvention.“ Der KIS – verantwortlich für alle Immobilien der Stadt und die geplanten Schulneubauten – müsse eine wirtschaftliche und sparsame Haushaltsführung garantieren. HK

 

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