• Die Potsdamer Initiative Mitteschön kündigt Protest gegen Straßenumbenennungen an

Straßenumbenennungen : Die Initiative Mitteschön kündigt Protest an

Der Kulturausschuss hat beschlossen, dass einige Straßen in Potsdams Mitte nach Frauen umbenannt werden sollen. Nun will Mitteschön auf dem Alten Markt protestieren.

Potsdams Alter Markt. Hier will Mitteschön am Mittwoch protestieren.
Potsdams Alter Markt. Hier will Mitteschön am Mittwoch protestieren.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam - Der Streit um weibliche Straßennamen in der Potsdamer Mitte geht weiter: Die Bürgerinitiative Mitteschön will am kommenden Mittwoch deswegen auf dem Alten Markt protestieren. „Wir haben nichts gegen die Ehrung von verdienten Frauen unserer Stadt, aber nicht an dieser Stelle“, hieß es in einem am Freitag verbreiteten Aufruf der Initiative.

Schloss- und Schwertfegerstraße bleiben

Wie berichtet hatte der Kulturausschuss der Stadtverordneten am Donnerstag mit breiter Mehrheit entschieden, dass die neu entstehenden Teile der Schloss-, der Schwertfeger- und der Kaiserstraße nach drei Frauen benannt werden – und Anna-Zielenziger-, Erika-Wolf- und Anna-Flügge-Straße heißen sollen. Zielenziger war die von den Nationalsozialisten ermordete Leiterin des jüdischen Frauenvereins in Potsdam, Wolf die langjährige Ehrenvorsitzende der Brandenburg CDU und Flügge eine der ersten weiblichen SPD-Stadtverordneten in Potsdam. Die bisherigen Teile der Schloss- und Schwertfegerstraße bleiben so benannt.

Die Mitte sei durch die neuen Namen nicht mehr authentisch

Für Mitteschön ist die Sachlage klar: „Politisch motivierte Straßennamen gehören nicht in einen Stadtkern, denn sie unterliegen den wechselnden Zeiten.“ Die Umbenennung nehme der Mitte das, „was noch authentisch verblieben ist“. Daher wolle man sich am Mittwoch ab 18 Uhr vor der Nikolaikirche treffen und Protest-Postkarten verteilen.
Kritik kam auch von dem CDU-Stadtverordneten Wieland Niekisch, der auch die Union in Potsdam-West führt. Einmütig habe sich der Vorstand jetzt gegen die „im Hau-Ruck-Verfahren vorgesehene Umbenennung“ ausgesprochen.

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Denn traditionsreiche Namen seien nicht „nur ein unverwechselbarer Teil des Stadtgedächtnisses“, sondern auch „Orientierungspunkte und Werbeträger für Adressen und Geschäfte“. Im Ausschuss hatte auch die CDU-Vertreterin mit für die Umbenennung gestimmt. Der Linken-Stadtverordnete Sascha Krämer hielt dagegen: „Die Potsdamer Mitte soll weiblicher werden. Wir wollen engagierte Frauen in den gesellschaftlichen, politischen und städtischen Focus rücken.“