• Stadtverwaltung: Kritik an Personalaufstockung im Potsdamer Rathaus

Stadtverwaltung : Kritik an Personalaufstockung im Potsdamer Rathaus

Lange hieß es, dass die Stadtverwaltung in Potsdam zu wenig Personal habe. Stimmt nicht, sagt zumindest die CDU. Die Stadt weist die Kritik zurück

Das Stadthaus in der Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam.
Das Stadthaus in der Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Potsdam - In den vergangenen Monaten war wegen unbesetzter Stellen und einem hohen Krankenstand im Rathaus immer wieder von Personalnot in der Stadtverwaltung die Rede. Am Mittwoch aber überraschte der neue CDU-Fraktionschef und Landtagskandidat Clemens Viehrig mit einer gegenteiligen These: Eigentlich habe das Rathaus zu viele Mitarbeiter. Die jüngst beschlossene Erhöhung des Personalstamms um 120 zusätzliche Stellen könne nur eine Übergangslösung darstellen, teilte Viehrig im sozialen Netzwerk Facebook mit. Auch das von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) geschaffene Hauptamt für interne Verwaltungsabläufe kritisierte der CDU-Stadtfraktionschef.

Viehrig hatte laut einem Bericht der „Märkischen Allgemeinen“ die Daten anderer Kommunen mit dem schnell wachsenden Potsdam verglichen. In Behörden wie Berliner Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg oder Saarbrücken werde teils deutlich weniger Personal pro 100.000 Bürger benötigt.

Rathaussprecher Jan Brunzlow wies das zurück. Im Vergleich mit allen anderen Landeshauptstädten habe Potsdam schon jetzt einen vergleichsweise geringen Personalschlüssel, liege damit im unteren Drittel. Einige der Daten seien zudem nicht gegenrecherchiert, also falsch. Zugleich handele es sich allein um statistische Werte, die nichts über die konkrete Servicequalität vor Ort sage – in Potsdam werde der Verwaltung jedenfalls bei allen Bürgerumfragen eine gute Arbeit bescheinigt, sagte Brunzlow. Auch die von Viehrig geforderte stärkere Digitalisierung befürworte man – doch auch dies sei nur mit eingearbeitetem Personal zu schaffen, etwa wenn es um die Bereitstellung von elektronischen Akten gehe. Zuletzt waren im Rathaus rund zehn Prozent der mehr als 2400 Stellen unbesetzt.