Stadtentwicklung in Potsdam : Bei einigen Schulneubauten wird es knapp

Der Kommunale Immobilienservice baut und plant etliche neue Kitas und Schulen. Ob sie alle rechtzeitig fertig werden, ist unklar. Ein Überblick.

Bauen, bauen, bauen. Der Neubau für die Montessori-Gesamtschule in der Gagarinstraße ist fast fertig.
Bauen, bauen, bauen. Der Neubau für die Montessori-Gesamtschule in der Gagarinstraße ist fast fertig.Sebastian Gabsch

Potsdam - Im nächsten Jahr werden in Potsdam zwar mehrere Schulneubauten fertig – ob das allerdings jeweils rechtzeitig geschieht, ist noch unklar. Das machte Bernd Richter, der Chef des Kommunalen Immobilienservice (Kis), am Freitag vor Journalisten deutlich. Vor allem für die beiden neuen Grundschulen hinter den Roten Kasernen und in Bornim wird es knapp. „Wir haben aber für alle Fälle immer einen Plan B“, versicherte Richter.

KIS-Chef Bernd Richter.
KIS-Chef Bernd Richter.Andreas Klaer

So werde man für Bornim erst im Januar entscheiden können, ob die neue Grundschule für 15,6 Millionen Euro bereits in den Februarferien bezogen werden kann – oder ob die Schüler dort noch etwas länger in Containern lernen müssen. „Das kommt auch auf das Wetter an.“ Noch knapper werde es laut Richter für die Schule hinter den Roten Kasernen, an der Graf-von-Schwerin-Straße. Dieses 24-Millionen-Euro-Projekt soll eigentlich im Sommer eröffnet werden. Bisher lernen die Schüler in einem Übergangsbau an der Esplanade, der eigentlich ab Sommer für eine weitere neue Gesamtschule für das Bornstedter Feld gedacht ist – in dem Fall müssten zusätzliche Container aufgestellt werden. Bekanntlich muss Potsdam wegen schnell steigender Schülerzahlen viele neue Schulen errichten.

Vor allem durch die Angebotssuche sei Zeit verloren gegangen

In der aktuellen Marktsituation seien Projektverzögerungen aber leider immer möglich, führte Richter aus. Denn bei einer ganzen Reihe von Ausschreibungen der jüngeren Vergangenheit habe man keine oder nur noch überteuerte Angebote erhalten – mit der Folge, dass erneut gesucht wurde und Zeit verlorenging. „Die Auftragsbücher vieler Baufirmen sind einfach voll“, sagte Richter. Auch die Arbeitsmarktsituation mache zu schaffen: Mehrere Ingenieurstellen beim Kis seien seit Monaten unbesetzt.

Fast fertig ist die Motorsporthalle in Babelsberg

Auch insofern sei das stetig wachsende Investitionsprogramm der Stadt eine große Herausforderung. So soll in der Gagarinstraße zunächst bis zum Frühjahr der Neubau für die dortige Montessori-Gesamtschule fertig gestellt werden, anschließend wird der Altbau dort bis 2020 komplett saniert. Das kostet insgesamt 35,3 Millionen Euro. Fast fertig ist laut Richter auch die 6,7 Millionen Euro teure Sanierung der Motorsporthalle an der Großbeerenstraße in Babelsberg, die dazu noch einen Anbau erhielt. Noch im kommenden Frühjahr soll auch die neue Feuerwache Marquardt öffnen, die rund 1,2 Millionen Euro gekostet hat.

Das Gesamtbudget für das kommende Jahr liegt laut Richter bei 69,5 Millionen Euro, wovon rund 63 Millionen in Schulen und Kitas gehen. Das seien Rekordausgaben, sagte Richter. Über die genaue Finanzierung müssen demnächst die Stadtverordneten noch einmal beraten.

Kurzfristig ist noch ein Kita-Neubau in Fahrland geplant

Fest eingeplant sind jedenfalls Gelder für schnell zu errichtende Typenbauten im Kita-Bereich, mit denen Standorte am Ginsterweg in der Waldstadt II und in der Lotte-Pulewka-Straße im Zentrum-Ost erweitert werden sollen. Dazu ist noch kurzfristig ein Kita-Neubau für Fahrland geplant. Die Zuschläge für diese Aufträge seien noch vor Weihnachten erteilt worden, sagte Richter. Nun hoffe man, dass bis zum Sommer Häuser in mit Stahl verstärkter Fertigbauweise errichtet werden können – als erste Kitas dieser Art in Potsdam. Sie sollen schnell und dennoch langfristig helfen, den stetig wachsenden Bedarf zu decken.

Daneben beginnen im kommenden Jahr bereits die Planungen für weitere Großprojekte. Vor allem soll der städtische Verwaltungscampus an der Hegelallee modernisiert werden. Dafür sind allein bis 2022 rund 42,7 Millionen Euro eingeplant. Vorgesehen ist, dass das sogenannte Haus 2, in dem die Sozialverwaltung untergebracht ist, abgerissen und durch einen Neubau mit mehr Platz wird. Ebenso wird in dem Bereich eine Zweifeldturnhalle für die Innenstadtschulen errichtet. Hier sei auch ein städtebaulicher Wettbewerb geplant, um die beste Lösung für die Gestaltung des Areals zu finden, wie es hieß. Insgesamt sind für den Rathauscampus sogar 75 Millionen Euro eingeplant. Noch nicht entschieden ist, wie mit dem zweiten DDR-Büroblock auf dem Gelände umgegangen wird, in dem jetzt die Bauverwaltung untergebracht ist. Auch über die Frage, ob für die Stadtverordneten noch ein neuer Plenarsaal gebaut wird, ist bisher nicht entschieden worden.

Ebenso wolle man beim Kis mit Ausschreibungen und Wettbewerben für etliche Schulprojekte beginnen. Richter nannte unter anderem die denkmalgerechte Sanierung der alten Sporthalle in der Kurfürstenstraße bis 2021 und den Neubau des Sportforum Schlaatz, das voraussichtlich im Jahr 2022 fertiggestellt sein soll. Ebenso würden die Planungen für die neue Gesamtschule an der Pappelallee, für die Grundschule am Nuthewinkel und den bei Anwohnern umstrittenen Schulkomplex in Waldstadt beginnen. Zu den weiteren Projekten gehört die denkmalgeschützte Preußenhalle in Groß Glienicke, die bis 2024 für rund 4,5 Millionen Euro saniert werden soll. Schon bis Mitte 2021 soll ferner ein derzeit leerstehendes Gebäude in der Gutenbergstraße 67 saniert und als Grundschule genutzt werden.

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