Potsdam : Stadt will keine Umweltzone in Potsdam

Stadtverwaltung hofft, durch Reduzierung des Autoverkehrs das Problem zu schmutziger Luft zu lösen

Trotz der auch für dieses Jahr erwarteten Überschreitung von Grenzwerten für die Schadstoffe Stickstoffoxid (NO2) und Feinstaub in Potsdam plant die Stadtverwaltung – anders als im benachbarten Berlin – keine Einrichtung von Umweltzonen. Solche Fahrverbote für Fahrzeuge, die besonders viele Rußpartikel ausstoßen, könne nur „eine Reservemaßnahme“ sein, sagte Stadtsprecher Markus Klier – falls es mit anderen geplanten Maßnahmen für saubere Luft nicht gelinge, die Einhaltung der Grenzwerte zu sichern.

Gegen eine Umweltzone spricht aus Sicht der Stadt ihre angenommene Größe: Sie müsste „im Prinzip das gesamte Potsdamer Stadtgebiet umfassen“, so Klier. Um den Verkehr nicht durch sensible andere Stadtgebiete zu führen, etwa durch die Forststraße oder durch die Maulbeerallee, wären „aufwendige und sehr weiträumige Umfahrungen auszuweisen“. Dies aber würde aus Sicht der Stadtverwaltung zu einer „starken Erhöhung der Gesamtemissionen“ und einer Verschlechterung der Bilanz über ausgestoßenes klimaschädliches Kohlendioxid-Gas führen, so Klier. Daher seien im Luftreinhalteplan, der gerade überarbeitet wird, vor allem „Maßnahmen zur konsequenten Reduzierung“ des Autoverkehrs enthalten. Damit könnten spätestens 2015, auch ohne Umweltzone, die Grenzwerte eingehalten werden, so Klier – zumal sich die Fahrzeugflotte auf den Straßen bis dahin modernisiere und dadurch sauberer werde. „Die Umweltzone in Berlin beschleunigt diesen Prozess“, sagte Klier.

Wie berichtet zeigen aktuelle Statistiken des Landesumweltamts, dass in diesem Jahr die geltenden Jahresmittelwerte für NO2 in der Zeppelin- und in der Großbeerenstraße überschritten werden. Ebenso droht, dass in der Zeppelinstraße die geltenden Grenzmarken für Feinstaub einmal mehr verletzt werden. Potsdam hat bereits einen Brief an die EU-Umweltbehörde mit der Bitte geschrieben, der Stadt noch bis 2015 Aufschub zu geben, um die Grenzwerte noch einzuhalten.

Noch in diesem Jahr will die Stadt laut Klier die Ampelschaltungen in der Behlert-, der Zeppelin-, der Breiten und der Großbeerenstraße flüssiger und stetiger gestalten, um einen „verbesserten Durchfluss“ zu erreichen. Bei Bedarf und „immissionsabhängiger Notwendigkeit“ solle eine Begrenzung des Zuflusses von Autos in diese vier Hauptstraßen durch veränderte Ampelsteuerung erfolgen.HK

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