Potsdam : Stadt weist Vorwürfe des SVB zurück

Sportbeigeordnete: Wartung des Flutlichts ist Aufgabe des Babelsberg 03

M. Matern (mit ihö)

Im Streit um die ausgebliebene Wartung der Flutlichtanlage im Karl-Liebknecht-Stadion hat Potsdams Sportbeigeordnete Iris Magdowski (CDU) die Vorwürfe des Fußballvereins SV Babelsberg 03 zurückgewiesen, will dem Verein aber einmal mehr aus der Klemme helfen. „In dem Bescheid, den wir Ende 2011 für die damals notwendige Reparatur der Anlage ausgereicht haben, heißt es eindeutig, dass der Verein die Wartung sicherstellen muss. Dafür stellen wir dem SVB sogar extra Geld zur Verfügung“, konterte Magdowski am Dienstag. Allerdings erklärte die Beigeordnete, die Stadt werde die jetzt anfallenden Kosten übernehmen, um den Spielbetrieb im „Karli“ nicht zu gefährden. Künftig jedoch solle ein externer Gutachter die Verwendung der Gelder kontrollieren. Bereits 2011 hatte die Stadt 345 000 Euro für die Reparatur des Flutlichts aufgebracht.

SVB-Vorstandschef Archibald Horlitz hatte in den PNN berichtet, dass für die vergangenen fünf Jahre keine Prüfberichte für die Flutlichtanlage des Stadions, das auch von dem Frauenfußball-Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam genutzt wird, vorlägen. Dies habe ein Ex-Mitarbeiter ihm gegenüber eingeräumt. Die Kosten für die Prüfung, Wartung und Dokumentation der Funktionstüchtigkeit hatte Horlitz wie berichtet mit mehreren Zehntausend Euro beziffert. Der Stadtverwaltung als Eigentümer des Stadions hatte Horlitz bezüglich der ausgebliebenen Wartungsmaßnahmen Kontrollversagen vorgeworfen und gefordert, die Stadt Potsdam müsse jetzt einspringen, da sich der SVB nicht in der Lage sehe, das Geld aufzubringen. Möglicherweise sei sonst sogar die Austragung des DFB-U20-Länderspiels zwischen Deutschland und der Schweiz am 14. November gefährdet, hatte der Babelsberger Vereinschef gedroht.

Auch CDU-Kreischefin Katherina Reiche zeigte sich von Horlitz’ Vorwürfen irritiert. „Die Stadt stellt dem Verein Mittel bereit, die dieser nicht abruft. Es kann deshalb nicht sein, dass erneut die Stadt weitere Kosten übernehmen soll. Das Vereinsmanagement ist jetzt in der Pflicht, seine Hausaufgaben zu machen“, erklärte Reiche am Dienstag. Laut Sportförderbericht 2013 hatte der SVB im vergangenen Jahr nur 175 000 Euro des Gesamtzuschusses in Höhe von 305 000 in Anspruch genommen.

Die Stadtverwaltung wirft dem Verein hinter vorgehaltener Hand vor, das Stadion vergammeln zu lassen. Auch an anderen Stellen im Stadion gibt es Probleme. So sei laut Magdowski angeblich die Leistungsfähigkeit des Notstromaggregats, das im Falle eines Stromausfalls Stadiondurchsagen ermöglichen soll, nicht ausreichend. Außerdem gebe es laut Verein Probleme beim Brandschutz. „Dabei haben wir erst vor einigen Jahren acht Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II in das Stadion investiert. Warum es jetzt schon wieder Probleme gibt, muss erst geklärt werden“, sagte Magdowski am Dienstag.

Bis 2002 war der Betrieb des „Karlis“ allein in städtischer Hand. Um dem finanziell angeschlagenen Verein Babelsberg 03 die Aufnahme von Krediten zu ermöglichen, überließ man ihm damals das Stadion, damit es als Sicherheit angegeben werden konnte. Zwischen der Stadt und dem Verein wurde ein Erbbaupachtvertrag über 40 Jahre geschlossen.

Wie berichtet, hat der SV Babelsberg 03 auch schon probiert, Turbine für den Betrieb der Flutlichtanlage Geld abzuknöpfen. Turbine könne sich nicht nur die Rosinen rauspicken, hatte Horlitz gegenüber den PNN gesagt. „Ich finde es absolut unbefriedigend, wie hier mit Turbine umgegangen wird. So viel Förderung wie Babelsberg hat Turbine bisher nicht bekommen“, sagte Magdowski am Dienstag. Aufkommen müsse Turbine nur anteilig für den Strom, den die Flutlichtanlage verbrauche. „Offenbar hat Babelsberg zu viel Geld, wenn diese Kosten bislang nicht in Rechnung gestellt worden sind.“ Ansonsten sei im Erbbaupachtvertrag klar geregelt, dass Turbine das „Karli“ unentgeltlich nutzen könne. M. Matern (mit ihö)

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