• Potsdamer Staatsanwälte untersuchen Polterabend: Zehn Strafanzeigen nach strittigem Polizeieinsatz

Staatsanwälte untersuchen Polterabend : Zehn Strafanzeigen nach strittigem Polizeieinsatz

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat nun den umstrittenen Polizeieinsatz bei einem Polterabend im Garten der Villa Gericke auf dem Tisch. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen. 

Nach dem Angriff auf eine Kiezkneipe in Babelsberg nach dem Spiel des SVB gegen Hertha BSC Berlin ermittelt die Polizei. 
Nach dem Angriff auf eine Kiezkneipe in Babelsberg nach dem Spiel des SVB gegen Hertha BSC Berlin ermittelt die Polizei. Foto: dpa

Nauener Vorstadt - Nach dem umstrittenen Polizeieinsatz bei einem Polterabend im Garten der Villa Gericke im August liegt der Fall nun bei der Staatsanwaltschaft Potsdam. Das bestätigte eine Sprecherin der Behörde jetzt auf PNN-Anfrage. Die rechtliche Würdigung der eingegangenen Strafanzeigen und Zeugenaussagen laufe, hieß es weiter.

Aussage steht gegen Aussage

In dem Fall steht Aussage gegen Aussage: Während die Feiernden den Einsatz der Polizei als völlig unverhältnismäßig darstellen und dies mit Bildern, Videos und Dokumenten belegen wollen, hat die Polizei das Vorgehen mit Pfefferspray und Gewahrsam für zwei Männer, die zur Festgesellschaft gehörten, wie berichtet bisher stets verteidigt. Auch den Landtag beschäftigt der Fall inzwischen, die Grünen-Fraktion hat dazu Fragen an das Landesinnenministerium gestellt. In den den PNN vorliegenden Antworten dazu heißt es, insgesamt seien zehn Strafanzeigen gestellt worden. Das Ermittlungsverfahren gegen die Einsatzkräfte betreffe sechs Polizisten, sei vom Landeskriminalamt geführt worden und liege nun bei der Staatsanwaltschaft. Die Grünen hatten auch wissen wollen, weshalb die Lautstärke vor Ort – Anlass für den Einsatz war die Lärmbeschwerde eines Nachbarn – nicht gemessen wurde. Doch dafür nötige Schallpegel-Messgeräte gehörten nicht zur Standardausstattung der Polizei, so das Ministerium. Und weiter: „Die Ruhestörung wurde im hier vorliegenden Fall durch den Betroffenen gegenüber der Polizei angezeigt und von den Beamten akustisch wahrgenommen.“ Die Feiergruppe spricht dagegen von einem ruhigen Fest ohne laute Musik. Dies bezeugen auch Nachbarn in Gedächtnisprotokollen. 

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