• Corona-Kritik von Katarina Witt: Sportstudios sollen öffnen

Spucktests auch im Sportstudio? : Die Corona-Kritik von Katarina Witt zeigt Wirkung

Die ehemalige Eiskunstläuferin Katarina Witt hat an die Politik appelliert, Sportstudios zu öffnen. Aus Brandenburgs Landesregierung kam bereits eine Reaktion, jetzt hat Potsdams Oberbürgermeister reagiert.

Corona-Spucktests sollen auch in den Schulen helfen
Corona-Spucktests sollen auch in den Schulen helfenFoto: Ottmar Winter

Potsdam - Die Resonanz auf ihre bei Facebook geteilte Kritik der Corona-Politik habe sie selber überrascht. „An dieser Stelle muss ich ehrlich gestehen, dass ich nicht im Geringsten mit einer solchen Resonanz auf meinen Facebook-Post gerechnet habe und bin fast ein wenig selbst darüber erschrocken! Nehme aber keine Silbe davon zurück“, schreibt der frühere Eiskunstlauf-Star Katarina Witt nun in dem sozialen Netzwerk. Knapp 41.000 Mal wurde ihr Beitrag bislang geteilt, rund 45.000 Mal kommentiert.

Katarina Witt 
Katarina Witt Foto: picture alliance / dpa (Archiv)

Nun schaltet sich auch Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) in die Debatte über mögliche Versäumnisse in der Coronakrise ein. Er habe diese Woche mit Witt telefoniert, das Gespräch sei „sehr konstruktiv“ gewesen, sagte Schubert am Donnerstag den PNN.

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Unter anderem habe man sich über mögliche Öffnungsperspektiven für Sportstudios unterhalten – und darüber, ob das in Potsdamer Kitas praktizierte Modell der Spucktests auch für den Sport in Frage kommen könnte. Katarina Witt betreibt in der Schiffbauergasse das Studio „Kurvenstar“. Erst im November 2019 eröffnet, ist es pandemiebedingt nun seit Monaten geschlossen. Witt habe in dem Gespräch Unverständnis darüber gezeigt, warum Individualsport in kleinen Gruppen in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen oder Schleswig-Holstein erlaubt sei, in Brandenburger aber nicht. Darüber müsse man auf Landesebene mit Blick auf die neue Eindämmungsverordnung – die jetzige mit strikten Schließungen für fast alle Bereiche gilt bis 7. März – reden, so Schubert. Vorstellbar wäre, dass Sportstudios nicht spontan, sondern nur mit Termin besucht werden dürfen, um die Zahl der Gäste kontrollieren zu können. Um die Sicherheit zu erhöhen, könnten die Besucher vorher einen Spucktest machen.

Aus Solidarität auf Joggingrunde

Sie könnte eigentlich fit wie ein Turnschuh sein, schreibt Witt in ihrem Facebook-Post, „doch ich selbst traue mich fast nicht in meinem eigenen, leeren Sportstudio zu trainieren, obwohl es genau diese Übungen sind, die ich brauche, um langfristig gesund zu bleiben“. Sie dürfe ihren Mitgliedern das Training nicht anbieten, deswegen gehe sie aus Solidarität wie diese draußen laufen.

Auf Witts Politik-Kritik hatte wie berichtet zuvor bereits Brandenburgs Finanzministerin Katrin Lange (SPD) reagiert. Es wäre besser gewesen, die Politik hätte im Zuge der Pandemie „gelegentlich den Mund weniger voll genommen“, so Lange. Als Mitglied der Landesregierung sehe sie sich in einer politischen Gesamtverantwortung, vor der sie sich nicht drücken wolle.


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